Foto © emer / fotolia.com

Burn-out entsteht, wenn das eigene Handeln nicht mehr kohärent scheint © emer / fotolia

Kohärenzgefühl

Unter Kohärenzgefühl versteht man das Gefühl von Stimmigkeit. Von dem Soziologen Aaron Antonovsky wurde dieser Begriff im Zusammenhang mit dem Salutogenesekonzept (lat.: salus „Gesundheit“; griech.: genese „Entstehung“, also etwa „Gesundheitsentstehung“) ausführlich beschrieben. Bei seinen Untersuchungen, welche Faktoren es zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit braucht, benannte er das Kohärenzgefühl als entscheidende Variable. Folglich braucht man laut Antonovsky das Gefühl von Stimmigkeit, um gerade in Krisen und Herausforderungen gesund zu bleiben Damit steht Salutogenese komplementär zum Begriff der Pathogenese, der Wissenschaft von Krankheitsentstehung.

Drei Komponenten des Kohärenzgefühls

Folgende drei Komponenten beschreiben das Gefühl von Stimmigkeit:

  • Verstehbarkeit: Herausforderungen der eigenen Umwelt werden verständlich und eingängig wahrgenommen.
  • Handhabbarkeit/Bewältigbarkeit: Zur Bewältigung von Herausforderungen liegen passende Ressourcen (Zeit, Energie, Umfeld etc.) vor, die man selbst unter Kontrolle hat oder von Vertrauenspersonen kontrolliert werden.
  • Sinnhaftigkeit/Bedeutsamkeit: Es wird als lohnenswert und sinnvoll angesehen, sich mit der anstehenden Herausforderung auseinanderzusetzen.

Kohärenz und Selbstwirksamkeit

Das Kohärenzgefühl steht auch im direkten Zusammenhang mit dem Resilienzfaktor Selbstwirksamkeit. So erleben Menschen Selbstwirksamkeit, wenn Herausforderungen als kohärent angesehen werden. Bei Herausforderungen im Beruf hilft es diese in Hinblick auf die drei Komponenten genauer unter die Lupe zu nehmen, sich dabei in Kollegen zu versetzen oder sich sogar mit ihnen auszutauschen. Wenn Sie die einzelnen Aspekte Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit mit „nein“ beantworten, sollte Sie prüfen, was Sie oder andere benötigen, damit Sie mit „ja“ antworten können.