Foto © fotoherkules / fotolia.com

Metaphern für Resilienz © fotoherkules / fotolia

Metapher

An was erinnern Sie sich, wenn Sie über „Höhen und Tiefen Ihres Lebenswegs“ nachdenken und welche „Stürme“ Sie erfolgreich gemeistert haben? Solch bildhaften Beschreibungen sind Metaphern.

Eine Metapher ersetzt einen Begriff, so dass der Sachverhalt deutlicher, anschaulicher oder sprachlich reicher wird. (z. B. „Sternstunde“ für: Entscheidungen, Taten oder Ereignisse von schicksalhafter Tragweite). Metaphern treten im allgemeinen Sprachgebrauch auf (z. B. Baumkrone für: Spitze des Baumes), in Redensarten, als Adjektive oder als Verben. Metaphern werden oft als bildhafte Vergleiche eingesetzt, um die Formulierung zu intensivieren. Dadurch wird v.a. die Imagination angesprochen. Dies nutze z.B. Milton Erikson in seiner Hypnotherapie. Er verwendete Metaphern in Geschichten und Wortspielen, um Trance und Veränderung unbewusster Prozesse auszulösen.

Metapher der Resilienz.

Sie kennen sicherlich verschiedenen Resilienzmetaphern: das Stehaufmännchen, Phönix aus der Asche, Gedeihen trotz widriger Umstände, Fels in der Brandung, Immunsystem der Seele, Boxer, Hürdenläufer, Wildwasserfahrer etc. In diesen Beschreibungen stecken unterschiedliche Vorstellungen über Fähigkeiten und Verhaltensweisen einer Person, wie sie mit Stress, Belastungen und Krisen erfolgreich umgehen kann. Prüfen Sie Ihre eigenen Assoziationen, welche Beschreibung Ihnen am sympathischsten ist.

  • Typisch für ein Stehaufmännchen ist, dass es durch etwas von außen aus der Senkrechten gebracht wird. Es pendelt dann mehr oder weniger heftig zur Seite, nach vorne oder hinten, bis es dann wieder zur Ruhe kommt. Durch seinen inneren Schwerpunkt bleibt es „geerdet“ und richtet sich wieder auf.
  • Der Phönix ist ein mytischer Vogel, der sich einerseits nach einer Verwundung regenerieren konnte. Andererseits wird beschrieben, dass er in der Glut der Morgenröte verbrannte und dann aus seiner Asche verjüngt wieder auferstanden ist.
  • Ein oft genutztes Foto für „Gedeihen trotz widriger Umstände“ ist ein kleines Blümchen, das aus Asphaltrissen herauswächst. Obwohl die Bitumenschicht alles überdeckt und abriegelt, gelingt es einer Pflanze zu wachsen und schließlich auch zu blühen. Sie setzt sich durch.
  • Ein Fels in der Brandung trotz den Wellen. Er bricht sie sogar, einfach weil er da ist. Allerdings kann seine Oberfläche mit der Zeit erodieren.
  • Das seelische bzw. psychologische Immunsystem arbeitet mit kognitiven Mechanismen wie Ignorieren, Transformieren und Konstruieren von Informationen, um eine Situation erträglicher zu machen und um negative Emotionen zu reduzieren. Ein Beispiel hierzu ist Viktor Frankl, dem es gelang das Konzentrationslager zu überstehen. Er wollte über seine Erfahrungen berichten, „damit so etwas nie wieder passiert“. Das half ihm, sich einerseits in der Situation anzupassen, Informationen zu ignorieren oder zu transformieren, aber auch um andererseits immer wieder Kräfte zu mobilisieren durch die Konstruktion und Imagination seiner zukünftigen Rednertätigkeit.
  • Boxer, Hürdenläufer, Wildwasserfahrer – diese Menschen kämpfen mit Widersachern, Hindernissen und den Umständen. Sie benötigen jeweils spezielle Fähigkeiten, die sie meist jahrelang trainiert haben, um erfolgreich zu sein und um zu siegen.

Metapher im Resilienz-Coaching

Auch im Coaching zur Stärkung der individuellen Resilienz eignet sich der Einsatz von Metaphern hervorragend. Beispielsweise kann in der Übung „Teile verhandeln“, eine Methode zur Stärkung des Resilienzschlüssels Selbstwirksamkeit, durch die Verwendung von Metaphern unterschiedliche Bedürfnisse gut balanciert werden. Lesen Sie dazu mehr bei Selbstwirksamkeit.

Theatermetapher als Coaching-Methode

Ein weiteres hilfreiches Coaching-Tool ist die sogenannte „Theatermetapher“. Sie hat sich v.a. für die Bearbeitung von Prozessen und individuellem Handeln bewährt. Bilder und Aspekte des Theaters eignen sich gut, um Veränderungen im Coaching zu „inszenieren“. Fragen Sie sich doch mal, ob Sie aktuell in einem Lustspiel, einem Trauerspiel oder in einem Drama unterwegs sind…

So kann eine komplexe Problembeschreibung in eine Inszenierung auf der Bühne übersetzt werden. Damit wird das Thema konkretisiert, der Klient kann sich leichter vom Geschehenen distanzieren und eine Meta-Ebene einnehmen, so dass sich neue Perspektiven öffnen können. Die Theatermetapher können Sie bei der Analyse der beruflichen Situation, der beruflichen Weiterentwicklung oder bei privaten Lebensthemen nutzen. Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel von Bernd Schmid zur Vertiefung.

Folgende Aspekte können Sie bei der Bearbeitung eines Themas nutzen:

  • Das Thema/die Überschrift der Situation
  • Die Story, die unter der Überschrift erzählt wird
  • Die Bühne, auf der das Stück aufgeführt wird
  • Die jeweiligen Rollen, die in dem Theaterstück gespielt werden, einschließlich der Beziehungen untereinander sowie der Regisseur
  • Der Inszenierungsstil

Entscheidend ist, dass letztlich Sie der Regisseur Ihres Lebens sind!