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Neurolinguistische Psychologie © Jutta Heller

Neurolinguistische Psychologie

Definition

Unter Neurolinguistischer Psychologie, abgekürzt NLP, versteht man die Struktur der subjektiven Erfahrungen. Konkret bedeutet das, dass Menschen durch ihre vielfältigen Erfahrungen geprägt sind. Diese Erfahrungen werden gespeichert und sind entscheidend, wie wir mit unseren fünf Sinnen die Welt wahrnehmen.

Vieles wird als Muster generalisiert, so dass einige Dinge routiniert ablaufen, ohne dass viel darüber nachgedacht werden muss. Beispielsweise hat jeder Mensch ein Verhaltensmuster entwickelt, wie er seinen Mitmenschen begegnet: Der eine ist vielleicht eher zurückhaltend und vorsichtig, der andere eher lächelnd und kontaktbereit. Auch haben wir spezifische Denkhaltungen entwickelt, um Verhaltenskonsequenzen einschätzen zu können: pessimistische oder eher optimistische Denkmuster. Einige Verhaltensmuster von Menschen sind vermutlich auch zum Teil genetisch bedingt, das meiste entsteht jedoch durch die individuelle „Programmierung“ aufgrund der gemachten Erfahrungen im Laufe unseres Lebens.

Wie genau entsteht aber nun diese individuelle Programmierung unserer Verhaltens- und Denkmuster? NLP geht davon aus, dass dies durch das Zusammenspiel zwischen dem Gehirn (Neuro), der Sprache (Linguistisch) sowie dem Körper passiert. In der Kindheit und Jugend entstehen sehr viele dieser Muster, die damals sicherlich sinnvoll waren später aber eher wenig zielführend sind. Durch Techniken der NLP können diese ineffektiven Muster verändert werden, um ein zufriedenstellendes und erfülltes Leben zu führen. So eignen sich NLP-Interventionen auch hervorragend für die Entwicklung von Resilienz und zur Stärkung innerer Widerstandsfähigkeit. Für die Förderung jedes einzelnen Resilienzschlüssels gibt Jutta Heller in Ihrem Buch „Resilienz. 7 Schlüssel für mehr innere Stärke“ Tipps anhand unterschiedlicher NLP-Methoden.

Geschichte und Techniken der NLP

Anfang der 1970er Jahre wurde NLP von dem Psychologen Richard Bandler und dem Linguisten John Grindler entwickelt. Sie untersuchten, welche Methoden und Techniken von erfolgreichen Therapeuten durchgeführt wurden. So analysierten sie v.a. die Arbeitsweise des Hypnotherapeuten Milton H. Erickson, des Gestalttherapeuten Fritz Perls und der Familientherapeutin Virgina Satir. Das daraus entstehende Konzept wurde später von den NLP-Trainern Robert Dilts und Tad James entscheidend weiterentwickelt und ausgebaut. Die NLP-Techniken beruhen auf verschiedenen Grundannahmen. Von dem Psychotherapeuten Thies Stahl, erster NLP-Trainer in Deutschland, werden sie so zusammengefasst:

  1. Menschen reagieren auf ihre subjektive Abbildung der Wirklichkeit und nicht auf die äußere Realität.
  2. Geist und Körper sind Teile des gleichen kybernetischen Systems und beeinflussen sich wechselseitig.
  3. Viele Verhaltensmöglichkeiten sind wichtig, weil ein System immer von dem Element kontrolliert wird, das am flexibelsten ist.
  4. Ein Mensch funktioniert immer perfekt und trifft stets die beste Wahl auf der Grundlage der für ihn verfügbaren Informationen.
  5. Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde, und es gibt zumindest einen Kontext, in dem es nützlich ist.
  6. Das Ergebnis von Kommunikation ist das Feedback, das der einzelne bekommt; Fehler oder Versagen gibt es nicht.
  7. Kann ein Mensch lernen, etwas Bestimmtes zu tun, können es grundsätzlich alle Menschen.
  8. Menschen verfügen über alle Ressourcen, die sie brauchen, um eine von ihnen angestrebte Veränderung zu erreichen.

Durch diese Annahmen können wir sowohl unsere innere als auch unsere äußere Welt gestalten, also unseren Kopf, unser Herz und unseren Bauch steuern und dadurch gezielt Resilienz entwickeln.