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Selbstwirksamkeit ist einer der 7 Resilienzschlüssel © jtanki / fotolia

Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist neben Akzeptanz, Optimismus, Eigenverantwortung, Netzwerkorientierung, Lösungsorientierung und Zukunftsorientierung ein Schlüsselfaktor der Resilienz.

Definition

Selbstwirksamkeit beschreibt die eigene Kompetenz- und Kontrollüberzeugung, d.h. das Vertrauen in seine Fähigkeiten und sein Können. Selbstwirksame Menschen glauben in der Lage zu sein, neue Dinge erfolgreich zu lernen, Einfluss zu nehmen und damit Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Dieser Resilienzfaktor ist daher eng mit einem hohen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl verbunden.

Selbstwirksamkeit durch Kohärenz

Menschen erleben vor allem auch dann Selbstwirksamkeit, wenn Herausforderungen als kohärent angesehen werden.

Selbstwirksamkeit als Grundbedürfnis

Der Psychologe Klaus Grawe (2004; nach Sander, C., 2010. Change! Bewegung im Kopf. Göttingen: Business Village. S. 87) ordnete in diesem Zusammenhang Selbstwerterhöhung bzw. Selbstwertschutz als Grundbedürfnis ein. Weitere Grundbedürfnisse nach Grawe sind Orientierung/Kontrolle, Bindung und Lustgewinn/Unlustvermeidung. Um diese Grundbedürfnisse zu sichern, entwickeln wir motivationale Schemata:

  • Annäherungsziele (hin zu): Erfolgreiche Bewältigungsstrategien, die in unserem Gehirn mit Dopamin belohnt werden und als Erfolgs-, Glücks– oder Flow-Erlebnisse abgespeichert werden.
  • Vermeidungsziele (weg von): Strategie um Verletzung der Grundbedürfnisse zu vermeiden. Kein Erreichen der Annäherungsziele, aber auch kein Risiko, erneut verletzt zu werden.

Balancieren unterschiedlicher Bedürfnisse

Nicht selten befinden wir uns in Zwickmühlen, wenn unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig befriedigt werden wollen. Auf der einen Seite könnte das Pflichtbewusstsein stehen, auf der anderen das Bedürfnis nach Entspannung. Ähnlich wie beim Vers in Goethes „Faust“: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust…“. Schnell kann es dann zu einer Blockade führen und damit auch die eigene Selbstwirksamkeit behindern. Für das Balancieren unterschiedlicher Bedürfnisse und zur eigenen Stärkung eignet sich die Übung „Teile verhandeln“. Dazu hier ein exemplarischer Fall:

Eine Klienten berichtet, immer wieder zwischen zwei Bedürfnissen zu schwanken: Dem Bedürfnis nach Loslassen, um freier zu leben und dem Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit, um sich zu schützen. In der Übung „Teile verhandeln“ ordnete sie diesen unterschiedlichen Teilen zwei Tiere zu. Einen Adler für Loslassen und eine Schnecke für Kontrolle und Sicherheit. Auf die Frage, was die beiden voneinander lernen könnten, sagte die Klienten: Mut (als Eigenschaft des Adlers) und Demut (als Eigenschaft der Schnecke). In ihrer Vorstellung gingen die beiden Tiere aufeinander zu und respektierten ihre unterschiedlichen Eigenschaften, so dass jeder zu seinem Recht kam: Die Schnecke nahm ihren Mut zusammen, um mit dem Adler in die Lüfte zu schweben und der Adler akzeptiere, dass er nicht zu hoch fliegen durfte. Dies übertrug die Klienten auf Ihre spezifische Situation in der Realität. Für sie wurde deutlich, dass sie den Adler in sich schon leben durfte, aber eben nicht ganz so stark. Denn der andere Teil in ihr musste sich erst Schritt für Schritt an die Freiheit gewöhnen. So schmiedete die Klienten Pläne, Dinge auszuprobieren, die sie schon immer mal machen wollte und fing an, erst einmal die Kleineren anzugehen.

Eine typische Aussage für diesen Resilienzschlüssel lautet:

„Ich schaffe das! Ich bin fähig und kompetent, um meine Ziele zu erreichen und sehe Probleme als Herausforderung.“

Weitere Übungen zur Förderung von Selbstwirksamkeit finden Sie hier.