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Stress

Wir alle kennen diese Sätze: „Ich bin wahnsinnig im Stress!“, „Das stresst mich!“ oder „Momenten ist es ganz schön stressig!“. Wenn wir uns so äußern, fühlen wir uns belastet, überfordert und angespannt. Wir können schlecht schlafen, sind nervös oder reagieren gereizt. Oft kommt es zu negativen Gefühlen, wie z. B. Angst oder Ärger.

Kurz: Stress macht allen Menschen zu schaffen.

Doch was steckt genau dahinter? Wie können wir Stress abbauen? Und wie kann man die Resilienzschlüssel nutzen, um Stress abzubauen? Dazu müssen wir uns zunächst die Entstehung von Stress genauer anschauen.

Die Entstehungsgeschichte von Stress

Stress hat seinen Ursprung in der Urzeit und ist seit tausenden von Jahren in uns „einprogrammiert“. Seine ursprüngliche Funktion liegt darin, unser Überleben in „Alarmsituationen“ – in gefährlichen Situationen – zu sichern. Denn durch die Ausschüttung von Adrenalin und dem Stresshormon werden wir körperlich in die Lage versetzt reflexartig zu fliehen, zu kämpfen oder uns zu verstecken bzw. totzustellen. Stress ist sozusagen unser „Überlebensprogramm“. Der Ablauf ist heute noch derselbe wie bei unseren Vorfahren. Doch unsere Lebensbedingungen haben sich entscheidend verändert: Wir müssen nicht mehr vor Säbelzahntigern flüchten, um Stress abzubauen oder unsere Widersacher körperlich angreifen. Unsere Stressoren sind heute anders: Arbeitsdruck, Überforderung, Konflikte oder geringe Handlungsspielräume. Dennoch führen sie nach wie vor zur Alarmbereitschaft unseres Körpers. Doch wohin mit all der Energie?

Verschiedene Arten von Stressoren

Bevor man diese Frage beantwortet, muss man die Art des Stressor, auch Stressfaktoren genannt, näher betrachten. Danach richtet sich dann auch die Ansatzmöglichekit zum Stressabbau. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen inneren und äußeren Stressoren:

  • Äußere Stressoren beziehen sich auf äußere Reize, d .h. Umwelteinflüsse wie z. B. Hitze oder Termindruck. Eine einfache Methode diesen Arten von Stress zu begegnen wäre im ersten Fall sich abzukühlen und im zweiten Fall seine Arbeit gut zu strukturieren.
  • Innere Stressoren werden vor allem durch die eigenen Einstellungen und Bewertungen beeinflusst. So können z. B. hohe Ansprüche. Erwartungen oder Perfektionismus zu Überforderung und damit Stress führen, wenn man diesen nicht gerecht wird. Im Gegensatz zu den inneren Stressoren sind diese nicht so einfach in den Griff zu kriegen. Sie verlangen eine gute Selbstreflexion. Das ABC-Modell von Reivich und Shatté verdeutlicht, wie man mit diesen Bewertungen umgehen kann, um Belastungen zu vermeiden. Lesen Sie dazu mehr bei Resilienzdefinition.

Stressabbau durch Resilienz

Zurück zum Thema „Energie“: Nach wie vor kann unser Körper Stress sehr gut durch Bewegung abbauen. Es kann manchmal schon helfen einfach kurz durch zu schnaufen oder vom Stuhl aufzustehen. Sie können hüpfen oder springen. Schütteln Sie dabei so richtig Ihre Arme und Beine durch – schütteln Sie Ihren Stress regelrecht von sich ab. Oder gehen Sie Joggen oder Walken. Gehen Sie mit erhobenem Kopf und nehmen Sie bewusst wahr, was Sie in Ihrer Umgebung Positives sehen und erzählen Sie sich es innerlich selbst. Dadurch verändern Sie nicht nur Schritt für Schritt Ihren inneren Zustand sondern lösen sich von Ihren Problemen. Das ist ein essentieller Teil des Resilienzschlüssels Akzeptanz.

Mit dem Schlüssel Lösungsorientierung können Sie Abstand von der aktuellen Situation gewinnen. Wenn Sie sich so richtig im Stress fühlen, sollten Sie sich bewusst eine kurze Auszeit nehmen und einen Berg besteigen. Das kann ein echter Berg, aber auch ein symbolischer, gedanklicher Berg sein. Richten Sie Ihre Energie auf Positives, auf das, was Ihnen gut tut und setzen Sie Ihre Prioritäten neu.

Frühwarnsignale von Stress

Wenn eine Belastung oder ein Konflikt über längere Zeit hinweg brodelt, empfinden wir schon längst unterschwellig Belastung und Ärger. Wenn es dann überkocht, überflutet uns der Stress. Wenn wir aber im Vorfeld genauer hinzuschauen und Frühwarnsignale wahrnehmen, können wir den Stress besser im Zaum halten. Ihr eigenes Frühwarnsystem können Sie anhand der Farben einer Ampel entwickeln: Ist die Ampel grün, dann es geht es Ihnen richtig gut. Wenn die Ampel auf gelb schaltet, wird es schon langsam kritisch. Wenn die Ampel rot zeigt, befinden Sie sich im Hochstress. Überlegen Sie sich einmal: Woran merken Sie, dass Sie im grünen/gelben/roten Bereich sind? Was ist in den jeweiligen Bereichen typisch für Sie (Körperempfindungen, Gefühle, Gedanken)? Was muss passieren, damit Sie von grün auf gelb umschalten und dann auf rot? Was tun Sie, wenn das eintritt? Was hilft Ihnen, um wieder in den grünen Bereich zu kommen?

Weitere Übungen zum Stressbau und zur Resilienzentwicklung erhalten Sie im Buch von Jutta Heller „Resilienz. 7 Schlüssel für mehr innere Stärke“ sowie bei den einzelnen Resilienzfaktoren hier im Resilienz-ABC.