Reaktionsstrategien für die VUCA-Welt
„Entscheidend ist nicht, wie der Wind weht, sondern wie ich die Segel setze.“
Eigentlich lieben wir alle die Vorhersagbarkeit: Sie ermöglicht es uns überhaupt erst, Entscheidungen zu treffen und unser alltägliches Leben meistern zu können, ohne bei jedem kleinen Handgriff, bei jeder Idee erst komplexe Berechnungen anstellen zu müssen, was diese Handlung oder Idee für Konsequenzen haben könnte. Aber: Wenn Sie nach einer Umstrukturierung Ihres Unternehmens Ihr Team endlich wieder so aufgestellt haben, dass alle Arbeitsabläufe routiniert durchgeführt werden können und sich alles eingespielt hat – können Sie dann davon ausgehen, dass diese Routine für die nächsten Jahre so weiterläuft? Die Antwort ist: eher nein.
Das Zitat vom Segelschiff versinnbildlicht, wie wir mit einer solchen Welt umgehen können – statt starr und gegen alle Widerstände zu versuchen, unsere Pläne zu verwirklichen, können wir nämlich die unlenkbare Kraft unserer Umwelt in unserem Sinne nutzen, um unsere Vorhaben durchzuführen. Flexibilität und Offenheit für Unvorhergesehenes bringen uns in dieser Welt mit weniger Kraftanstrengung weiter als Starrheit und stures Voranpreschen. Trotzdem ist die beste Strategie natürlich nicht, abzuwarten und dann willkürlich auf die Ereignisse zu reagieren, sondern sich bereits im Vorfeld klarzumachen, welche Reaktionsstrategie in welcher Situation die angebrachteste ist.
Professor Bennett von der Georgia State University schlägt vor, verschiedene Reaktionsstrategien anzuwenden, je nachdem auf welcher der vier VUCA-Kategorien – Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität – in einer bestimmten Situation der Fokus liegt. Zwei Fragen sind entscheidend, um eine Struktur in die VUCA-Welt zu bringen: Wieviel wissen wir über die Situation? Und zum anderen: Wie gut können wir die Ergebnisse unserer Handlungen in dieser Situation voraussagen?