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Optimismus – Psychologische Ressource für Resilienz

Optimismus bezeichnet die Tendenz, das Leben und zukünftige Ereignisse mit günstigen Erwartungen zu bewerten – nicht als unrealistische „rosarote Brille“, sondern als zukunftsgerichtete, adaptive Haltung. In der Forschung wird Optimismus oft als dispositioneller Optimismus beschrieben: als generelle Erwartung, dass positive Ergebnisse wahrscheinlicher sind als negative. Diese Haltung korreliert nicht nur mit subjektivem Wohlbefinden, sondern auch mit Resilienz-Indikatoren wie psychosozialer Anpassung und Stressbewältigung. Optimismus ist  eine positive Lebenseinstellung bzw. -haltung, bei der Dinge und Situationen von ihren guten Seiten betrachtet werden und bei zukünftigen Situationen mit dem Besten gerechnet wird. Optimistische Menschen richten ihren Fokus auf Dinge, die funktionieren und gut laufen und vertrauen gerade in schwierigen Situationen darauf, dass es wieder besser wird.

Psychologische Grundlagen von Optimismus

1. Dispositioneller Optimismus vs. Erklärungsstil

In der Psychologie wird Optimismus in drei theoretisch unterscheidbare Konzepte eingeordnet:

  • Dispositioneller Optimismus: eine stabile Neigung, positive Zukunftserwartungen zu haben.

  • Optimistischer Erklärungsstil: nach Seligman eine spezifische Art, Erfolge intern und Misserfolge extern zu attribuieren.
    Diese Unterscheidung ist relevant, weil beide Formen von Optimismus unterschiedliche kognitive Regulationen und Stressreaktionsmuster beeinflussen.

2. Positive Emotionen und kognitive Ressourcen

Nach der Broaden-and-Build-Theorie der positiven Psychologie führen positive Emotionen wie Optimismus zu einer Erweiterung der kognitiven und sozialen Ressourcen, was langfristig die Fähigkeit stärkt, neue Strategien zur Problembewältigung zu entwickeln.

Empirische Befunde: Optimismus und Resilienz

Studien zeigen, dass Optimismus ein signifikanter Prädiktor für Resilienz ist: In einer Untersuchung mit Studierenden war Optimismus ein starker positiver Prädiktor der Resilienz-Skalenwerte (B = .593), deutlich stärker als wahrgenommene soziale Unterstützung.

Weitere Forschung belegt, dass Optimismus mit besserer Stressbewältigung, höherer Lebenszufriedenheit und positiverer Gesundheitsprognose assoziiert ist. Die Forschung zur positiven Psychologie argumentiert, dass Optimismus nicht nur als Persönlichkeitsmerkmal wirkt, sondern durch gezielte Interventionen auch trainierbar ist.