Resilienzfaktoren und Schutzfaktoren
Wenn Resilienz ein Prozess ist, stellt sich die nächste Frage: Was beeinflusst und unterstützt diesen Prozess? Warum reagieren manche Menschen oder Systeme adaptiver als andere? Die Resilienzforschung spricht hier von Resilienzfaktoren und Schutzfaktoren. Dabei handelt es sich nicht um starre Eigenschaften, sondern um Variablen, die Anpassung begünstigen.
Resilienzfaktoren sind kognitive, emotionale, soziale oder strukturelle Komponenten. Dazu zählen etwa Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Lösungsorientierung, Netzwerkorientierung oder Zukunftsorientierung. Entscheidend ist, dass diese Faktoren nicht isoliert wirken. Sie greifen ineinander und entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel mit der jeweiligen Situation.
Schutzfaktoren wirken kompensierend. Sie puffern Risiken ab und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Belastungen nicht in dauerhafte Beeinträchtigungen münden.
Eng damit verbunden ist die Frage nach Kompetenzen. Resilienz wird zunehmend als Kompetenzrahmen verstanden – als Bündel entwickelbarer Fähigkeiten, die in unterschiedlichen Kontexten wirksam werden. Resilienzfaktoren sind damit keine moralischen Imperative („So musst du sein“), sondern Ansatzpunkte und Hebel für Entwicklung.
Mein Resilienzkonzept basiert auf verschiedenen Schlüssel-Sets für individuelle Resilienz, Team-Resilienz und organisationale Resilienz. In der praxisorientierten Resilienzentwicklung in Unternehmen wählen wir abhängig vom Ziel das passende Set aus und stimmen die Maßnahmen darauf ab.