Mattias Varga von Kibed © Jutta Heller

Glück und glücklicher werden

Schönes Wetter ist für mich Glück. Für Sie auch? Mögen Sie auch schönes Wetter? D.h. aus meiner Sicht bedeutet das strahlender Sonnenschein, gerne auch mehr als 30°C. Oder ist das dann nicht mehr schön für Sie, weil Sie dann anfangen zu schwitzen, so dass Ihnen 25°C absolut reichen? Jetzt könnten wir vortrefflich streiten, was eigentlich gutes Wetter bedeutet und was dann Glück ist.

Matthias Varga von Kibéd bietet für diesen Streit eine einfache Lösung mittels der Logik. Logisch mathematisch betrachtet sagt die eine Person „A ist Glück“, die andere „B ist Glück“. Dann müsste A=B sein und folglich wäre 30°C=25°C. Das wäre aber unlogisch. Was wieder stimmt ist: A mag 30°C, B mag 25°C. Das macht einen großen Unterschied, denn wenn wir einen persönlichen Referenzpunkt einführen, gibt es weniger Konflikte. Er selbst löst diesen Wetter-Konflikt quasi als lebende Sonnenuhr, wenn er mit Insa Sparrer – seiner Lebens- und Arbeitspartnerin – im Café sitzt. Sie sitzt auf der Sonnenseite des Tisches, er auf der Schattenseite und im Verlauf eines Nachmittags wechseln sie je nach Sonnenstand Tisch um Tisch – so wie es jeder mag. Dieses Beispiel erzählte Matthias Varga von Kibéd beim Kongress für positive Psychologie (12.-13.7.14) in Berlin.

Ihr Glück

Was bedeutet für Sie Glück? Wonach streben Sie, um glücklicher zu werden? Manchmal sind es ja schon die kleinen Glückmomente, die uns zum Lächeln bringen und glücklicher machen: die Tasse mit heißem Kaffee am frühen Morgen und dazu ein Käsebrot, vom eigenen Hund mit Schwanzwedeln begrüßt zu werden, das Zwitschern der Vögel draußen, die Amsel auf Ihrem Balkongeländer, ein bestimmtes Lied im Radio, die wärmende Sonne zu spüren… Was bedeutet dann das große Glück so wie ein 6er im Lotto für Sie? Ist es das Haus im Grünen, das Sie schon lange haben wollten?

Glück durch Coaching?

Um einen Wert zu verstehen, ist es hilfreich, Gegenbegriffe im Sinne einer Unterschiedsbildung zu finden. Unglück, Pech, Leid können Gegensätze zu Glück sein, aber auch eine Auseinandersetzung mit einer (Lebens-)Krise. Wenn eine solche Krise gemeistert wird, dann kann das zu Sinnerleben führen, was auch wieder glücklich macht. Wissen Sie jetzt, was glücklich sein heißt? Das ist schon kompliziert die Sache mit dem Glück – und im Coaching erst recht. Bei Google bekommen Sie 13.300 Ergebnisse für den Begriff Glückscoaching. Das Streben nach Glück ist sogar in der amerikanischen Verfassung verankert. Auch von Buddha ist der Ausspruch überliefert, dass alle Menschen nach Glück streben, dass sie jedoch nicht alle das Gleiche unter Glück verstehen.

Test zum Glück

Machen Sie einfach mal Ihren Glücks-Test:

Schreiben Sie für sich auf, was für Sie Glück bedeutet, was Sie glücklich macht. Eine kleine Liste mit fünf bis sieben Einträgen reicht.
Suchen Sie sich drei für Sie wichtige Menschen aus. Notieren Sie sich, was Sie vermuten, was diese Menschen glücklich macht, was für sie Glück bedeutet.
Dann fragen Sie diese Menschen.
Tauschen Sie sich über Ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus. Lagen Sie mit Ihren Vermutungen richtig?
Achtung: Es geht letztlich nicht um ein Rechthaben, um die richtige Definition von Glück, sondern dass Sie sich noch etwas besser verstehen und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse wertschätzen können.

Zwischen Krise und Glück

„Wir können wissen, was besser heißt, ohne zu wissen was gut heißt.“ Dies postulierte Matthias Varga von Kibéd, da wir durch unsere Wahrnehmung leicht verstehen können, wie es anderen Menschen geht. Sicherlich geht es jemandem besser,

wenn er/sie zu lächeln, zu strahlen beginnt
die Körperspannung nachlässt
ein anderer Muskeltonus auftaucht
wenn er/sie den Atem nicht weiter anhält, sondern tief durchatmet.
Im Krisenerleben haben wir eher ein enges Körpermuster, während wir uns beim Erleben von Glück weiten können. Es wird besser, es geht in eine geeignetere Richtung.

Analyse von Glück und anderen Werten

Im Zusammenleben und im Zusammenarbeiten mit anderen Menschen wäre es förderlich, wenn Sie sich immer wieder über Ihr Wertesystem austauschen und über Ihre Kernwerte einigen. Finden Sie heraus, was Sie in ein geeigneteres Erleben bringt. Folgende Aspekte empfiehlt Matthias Varga von Kibéd für eine gemeinsame Analyse:

  • Hin-zu: Was wollen wir verstärken?
  • Weg-von: Was wollen wir reduzieren?
  • Wo erleben wir Balance? Von was? Zwischen was?
  • Wie balancieren wir immer zwischen diesen Werten?
  • Was und wer gehört dazu? Also wer ist „innen“, wer ist „außen vor“?
  • Wo verläuft die Grenze? Wie wird die Grenze gezogen?
  • In welchem Kontext?
  • Welche Motive sind uns wichtig?
  • Wann empfinden wir Ruhe sogar im Tun?
  • Ich wünsche Ihnen viele Gelegenheiten, um noch glücklicher zu werden. Nutzen Sie jedoch die gesamte Bandbreite Ihrer Gefühle, denn manchmal gehört auch Trauer dazu.
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