Heller, J. : Das wirft mich nicht um © Kösel

Mach es wie das Känguru

Dieses Buch ist für mich ein Herzensthema: 2010 lehnte ein Verlag meine Känguru-Metapher für Resilienz ab, da dieses Tier nicht in unseren Kulturkreis passt. Nun darf mein Resilienz-Känguru doch leben. Der Illustrator Kai Pannen hat es liebevoll und treffend in Szene gesetzt. Hier finden Sie einen kleinen Textauszug:

Kängurus sind standfest und flexibel

Kängurus sind äußerst faszinierende und sympathische Tiere. Recht bekannt ist, dass sie erstaunlich gut und weit hüpfen können, je nach Situation bewegen sie sich aber auch einmal langsam auf ihr Ziel zu. Wenn sie hochaufgerichtet auf ihren Hinterbeinen stehen, wirft sie nichts mehr um. Und so stellen sie sich jeden Tag den Herausforderungen ihres Alltags und meistern sie. Auf Schwierigkeiten derart standfest und flexibel zugleich zu reagieren, dabei hilft uns Menschen Resilienz. In der Psychologie wird damit eine Fähigkeit beschrieben, sich aus jeder beliebigen Lage wieder aufzurichten – durch den Rückgriff auf eigene Ressourcen. Wenn wir uns also innerlich stark fühlen, können wir Herausforderungen und Belastungen erfolgreicher meistern. Solche Situationen sind dann zwar anstrengend, aber sie machen uns nicht krank.

7 Resilienz-Schlüssel und 7 Känguru-Qualitäten

Das wirft mich nicht um: Känguru-Qualitäten zur Resilienz-Stärkung, Illustration von Kai Pannen

Känguru-Qualitäten zur Resilienz-Stärkung, Illustration von Kai Pannen

Hilfreich sind insbesondere sieben Qualitäten, damit wir stabil und flexibel zugleich durchs Leben gehen, mit ihnen geht vieles deutlich leichter. Und dabei können wir viel vom Känguru lernen:

1. Akzeptanz: Mit Unabänderlichem müssen wir uns abfinden. Vorbei ist vorbei. Dem Känguru fällt das nicht schwer. Es ist ein Meister der Veränderungen, lange Zeit lebt es im Beutel der Mutter, bis es nicht mehr zurück kann und selbstständig wird. Es hält sich nicht mit der Vergangenheit auf, sondern akzeptiert Neues einfach.

 

2. Optimismus: Auch wenn etwas schwierig ist, können wir darauf bauen, dass es wieder besser wird und uns auf Positives für unsere eigene Stärkung fokussieren. Hoch aufgerichtet fühlt das Känguru sich stark, nichts kann es dann aus der Bahn werfen. Frohgemut hüpft es deshalb voran.

3. Selbstwirksamkeit: Wir können mit Anspannung und Entspannung dafür sorgen, dass wir unser Leben im Griff haben. Wichtig sind dafür unsere speziellen Stärken und unser Selbstwertgefühl. Das Känguru balgt voller Lebensfreude mit seinen Artgenossen, kann aber auch mal entspannt „abhängen“. Damit baut es immer wieder einen Zustand des Wohlbefindens auf, der ihm hilft, kraftvoll und flexibel auf seine Umgebung zu reagieren. Gegen den Unbill des Lebens hat es ein dickes Fell entwickelt.

4. Eigen-Verantwortung: Wenn wir klar wahrnehmen, was wir zu einer Situation beitragen und was der Beitrag und die Sichtweise anderer ist, dann können wir eher unterstützende Bewertungen und Glaubenssätze für uns nutzen. Ein Känguru verlässt sich auf seine Sinne und schätzt deshalb die Situation immer wieder neu ein, reagiert also flexibel auf seine Umwelt. Es ist sich seiner Bedürfnisse bewusst und handelt dementsprechend, übernimmt also Verantwortung für sein eigenes Wohl.

5. Netzwerk-Orientierung: Zusammen geht alles besser. Vor allem sollten wir uns immer wieder trauen, rechtzeitig um Hilfe und Unterstützung zu bitten. Bei Kängurus läuft das fast automatisch. Sie leben in Gruppen zusammen und sorgen als Rudeltiere für guten Kontakt zu den anderen und verlassen sich darauf, im Zweifelsfall auf ihre Hilfe bauen zu können.

6. Lösungs-Orientierung: Es gibt immer mehrere Möglichkeiten und Chancen, um Schwierigkeiten zu klären. In den kargen Zonen Australiens nutzt das Känguru jede Chance zur Wassergewinnung, vertraut dabei aber auch immer wieder auf seine Fähigkeit, eine Lösung zu finden.

7. Zukunfts-Orientierung: Mit etwas Durchhaltevermögen können wir für die Realisierung unserer Ziele sorgen. Diese können wir immer wieder neu wählen, um gut durchs Leben zu kommen. Auch Kängurus orientieren sich nach vorne, sie können nämlich gar nicht rückwärts laufen – ihr Schwanz ist dabei im Weg. Umso besser sind sie beim Vorwärtshüpfen, so dass sie locker auch längere Strecken zurücklegen können.

Wie wir diese Kängurueigenschaften nutzen können, wird in jeweils einem eigenen Kapitel erklärt. Dazu gibt es viele passende Übungen, um die eigene „Stehaufkompetenz“ zu trainieren. Ideal wäre, wenn Sie am Ende des Buches Ihre Einstellung zum Leben ein wenig zum Positiven verändert haben und sagen können:


Neuerscheinung am 31.8.2015 im Kösel Verlag. Wunderbar geeignet als Einstieg ins Thema Resilienz und als kleines Geschenkbuch. Viel Vergnügen beim Lesen!

 

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