Raus aus dem Tief. Übungen für mehr Lebensfreude. - Buch-Tipp

Raus aus dem Tief. Übungen für mehr Lebensfreude

„Raus aus dem Tief. Übungen für mehr Lebensfreude.“ Ein Buch von Furman, B. & Ahola, T. (2011), Carl-Auer Verlag.

Vielleicht geht es Ihnen gerade nicht so gut. Es könnte auch nur der Wetterumschwung sein, der Ihnen seit Wochen aufs Gemüt schlägt. Oder rutschen Sie doch langsam in eine depressive Phase hinein? Das Buch „Raus aus dem Tief“ hält sich nicht lange damit auf, Burn-Out, Melancholie oder Depression voneinander abzugrenzen. Stattdessen konzentriert es sich darauf, wie es Ihnen wieder besser gehen kann, gemäß der Maxime: Auch wenn Sie vielleicht nicht wissen, wie sich „gut“ anfühlt, wissen Sie immer, wie sich „ein wenig besser“ anfühlen sollte.

Das Buch ist in 24 Übungen gegliedert, die zwar einen logischen Ablauf haben, aber auch einzeln funktionieren. Seine Stärke ist die große Umsetzungsnähe: Jede Übung wird zuerst erklärt und unmittelbar im Anschluss mit einer Selbstcoaching-Anleitung auch gleich umgesetzt. Dieser „Selbst-Coach“ stellt gleich mal einige Fragen, nimmt Einwände und Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Übung vorweg.

Schlüssel für Lebensfreude

Ben Furman und Tapani Ahola nutzen die verschiedenen Resilienzschlüssel, ohne sie explizit zu benennen. Aber in allen Übungen ist das vorrangige Ziel spürbar: eine neue (optimistischere) Sicht auf die Dinge gewinnen, Lösungen für verfahrene Situationen durch Re-Aktivierung von eigenen Ressourcen finden, flexibel mit den Gegebenheiten umgehen. Deutlich sind die Wurzeln der Autoren in der Kurzzeittherapie und der Positiven Psychologie spürbar, es geht ihnen darum, die LeserInnen ins Tun zu bringen und ihnen die ersten Schritte hin zu einem besseren Zustand zu ermöglichen. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Varianten von Visionsübungen.

Zukunftsvision Lebensfreude

Wenn es uns schlecht geht, können wir uns meist gar nicht mehr richtig vorstellen, wie es sich anfühlte, als es besser war. Einige Übungen wenden deswegen den „Trick“ an, die Vision aus anderer zeitlicher oder persönlicher Sicht zu malen: In Übung Nr. 3 zum Beispiel werden Sie aufgefordert, sich zwei wohlwollende Bekannte vorzustellen, die sich über Sie unterhalten. Die Bekannten tauschen sich darüber aus, dass es Ihnen nach einer schlechten Phase nun wieder besser geht. Der Selbst-Coaching-Teil der Übung leitet dazu an, nicht nur allgemeine Aussagen zu machen („Wie schön, dass er wieder besser drauf ist!“), sondern konkrete Anzeichen und Verhaltensweisen zu benennen, die Ihre zukünftige Lebensfreude beschreiben („Er geht jetzt wieder ans Telefon und achtet mehr auf sein Äußeres.“). Dadurch entsteht während der Übung schon eine intensive Vorstellung davon, wie Sie sich nach der Krise fühlen könnten.

Lebensfreude praktisch gemacht

Die Übungen im Buch sind ausgesprochen verständlich aufbereitet, kurz und ohne lange Vorbereitung durchführbar. Außerdem wird jeweils der Hintergrund der Übung erklärt: die LeserInnen werden als kompetente Menschen angesprochen, die die Übungen nicht in einer Blackbox durchführen sollen. Die große Stärke des Buches – die Aufbereitung jeder Übung mit einem ausführlichen Selbst-Coaching – ist jedoch gleichzeitig auch seine kleine Schwäche: Bei einigen wenigen Übungen wirkt die Coaching-Umsetzung dann doch etwas bemüht, da die Übungen an sich schon selbsterklärend sind. Anders ließe sich aber natürlich nicht eine solch stringenter Aufbau bei jeder Übung durchziehen. Aber das ist nur ein kleiner Schönheitsfehler. Ansonsten war das Buch „Raus aus dem Tief“ von der ersten bis zur letzten Seite kurzweilig und informativ zu lesen.

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