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Emotionsregulation

Vielleicht kennen Sie Momente, in denen Ihre Emotionen Sie überfordern. Wenn Sie bei ungewissen Situationen Angst bekommen und Katastrophengedanken einsetzen. Oder wenn Ihr Chef mit Ihrer Leistung nicht zufrieden ist und Sie sich darüber übermäßig ärgern. Um trotzdem denk- und handlungsfähig zu bleiben und vernünftige Entscheidungen zu treffen, hilft das effektive Steuern der Emotionen.

Emotionsregulation bezeichnet alle bewussten und unbewussten Prozesse, mit denen Individuen die Entstehung, Intensität, Dauer und Ausdrucksform ihrer Emotionen beeinflussen und an ihre Ziele oder situativen Anforderungen anpassen können. Der Begriff ist in der Psychologie ein Kernkonzept zur Beschreibung adaptiver Selbststeuerung und eng verwoben mit der Fähigkeit, kognitive Bewertungen und affektive Reaktionen flexibel zu gestalten und konstruktiv zu nutzen.

Emotionsregulation & Resilienz

Emotionsregulation bzw. –steuerung wird in zahlreichen Resilienzkonzepten als Resilienzfaktor genannt (vgl. Reivich & Shatté, Fröhlich-Gildhoff,  Gruhl). Die „Kauai-Studie“ von Emmy Werner stützt diese Annahme: Die amerikanische Entwicklungspsychologin begleitete über 40 Jahre lang rund 700 Kinder auf der Hawaii-Insel Kauai – auch hier zeigte sich, dass Kinder mit ausgeprägter Resilienz ein „einfaches Temperament“ haben, also nicht extrem emotional auf Situationen reagieren.

Emotionsregulation zählt in der Resilienzforschung zu den zentralen persönlichen Schutzfaktoren, da sie die Wirkung belastender Umstände dämpft und die aktive Bewältigung von Stress, Unsicherheit oder Konflikten unterstützt.