Wo individuelle Resilienz die Team-Resilienz ergänzt
Eine Studie (Zhao, L., Ding, H., Janssen, O. et al. From Strengths Mindset to Knowledge Sharing: Roles of Self-Efficacy and Strengths-based Human Resource System. J Bus Psychol 40, 1231–1249 (2025). https://doi.org/10.1007/s10869-025-10013-y) untersuchte, welche Faktoren den Wissensaustausch unter Kolleg*innen begünstigen. In einer zunehmend vernetzten Arbeitswelt ist dieser Austausch zentral: Wer informiert ist, kann fundierte Entscheidungen treffen, Prozesse besser abstimmen und schneller auf Veränderungen reagieren. Es geht dabei nicht nur um technische Abläufe – sondern um das Teilen von Kontext, Einschätzungen, offenen Fragen. Alles wichtige Merkmale eines resilienten Teams. Das zentrale Ergebnis: Wissensaustausch funktioniert besonders gut in einem Umfeld, in dem stärkenorientiert geführt wird.
Stärkenorientierte Führung ist ein Führungsansatz, der auf den Erkenntnissen der Positiven Psychologie beruht. Statt sich auf Defizite zu konzentrieren, richten Führungskräfte den Blick gezielt auf die individuellen Stärken ihrer Mitarbeiter*innen, fördern diese durch passende Aufgaben, gezieltes Feedback und Raum zur Weiterentwicklung. Stärkenorientierung ist ein zentrales Thema, wenn man resilient führen will.
Die Studie liefert auch eine plausible Erklärung für den beobachteten Zusammenhang: Menschen, die ihre eigenen Stärken kennen – und auf sie vertrauen –, teilen ihr Wissen eher bereitwillig mit anderen. Sie erleben sich als kompetent, wertvoll und wirksam. Und sie haben weniger Angst, dass ihnen etwas „weggenommen“ wird, wenn sie ihr Know-how offenlegen. Individuelles Stärkenbewusstsein schafft psychologische Sicherheit und die ist eine zentrale Grundlage für funktionierende Teamprozesse.
Hier zeigt sich deutlich, wie individuelle Resilienz und Team-Resilienz sich wechselseitig stärken können: Wer seine persönlichen Ressourcen kennt, kann sie gezielt einbringen. Und wenn das Umfeld diese Beiträge anerkennt und aufgreift, entsteht ein tragfähiges Netz aus Vertrauen, Verbundenheit und Kompetenz. Das Team profitiert von den Einzelnen – und stärkt sie gleichzeitig durch Resonanz und Rückhalt im Team-Netzwerk.
Wenn Sie als Führungskraft Ihr Team stärkenorientiert führen wollen, beobachten Sie sich am besten selbst, wenn Sie Kompetenzen bei Ihren Mitarbeiter*innen wahrzunehmen glauben. Fragen Sie sich regelmäßig ganz bewusst: Woran mache ich diesen Eindruck fest? Welches Verhalten zeigt diese/r Mitarbeiter*in, das die Stärke ausdrückt? Nutzen Sie Ihre Wahrnehmungen dann und geben Sie Ihren Mitarbeiter*innen stärken- und kompetenzorientiertes Feedback. Die wichtigsten Grundprinzipien dafür sind: