Vertrauen stärken im Team
Spielregeln für psychologische Sicherheit
Montagmorgen, 9 Uhr. Das Projektteam sitzt im Weekly, die Gesichter noch etwas müde vom Wochenende. Die Führungskraft zieht das Meeting strukturiert und effizient durch, wie immer. Dann schaut sie in die Runde: „Gibt es noch irgendetwas Wesentliches?“ Allgemeines Murmeln, niemand sagt etwas Konkretes und das Weekly ist damit für beendet erklärt.
Aus Erfahrung wissen eigentlich alle, dass es besser ist zu schweigen – gerade, wenn es im Projekt brenzlige Situationen gibt, die nicht ganz unter Kontrolle sind. Denn wer sich äußert, muss mit Detailfragen rechnen, muss sich rechtfertigen oder kassiert sogar eine öffentliche Ermahnung vor allen anderen. Also bleibt es ruhig und es weist lieber niemand darauf hin, dass die Abstimmung mit dem externen Dienstleister hakt oder die Schnittstellen im Backend noch nicht final getestet sind. Man spricht lieber in kleineren Gruppen – oder eben gar nicht.
Die Führungskraft dagegen deutet das Schweigen als Zustimmung. Dass es in Wirklichkeit Anpassung aus Angst ist – das merkt sie nicht. Von außen gesehen scheint es offensichtlich, dass das Vertrauensverhältnis in diesem Team gestört ist. Aber wenn man drinsteckt, ist es gar nicht so einfach, Unsicherheit bei sich selbst und im eigenen Team zuzulassen und auszuhalten. Der richtige Umgang mit Unsicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass sich Vertrauen entwickeln kann: ein Team will sich auf ihre Führungskraft verlassen können, ihr vertrauen können.







