Tipp 1 für effektives Online-Lernen: Eigenverantwortung stärken
Welche Teilnehmerin eines Resilienz-Kurses wird wohl zwei Monate später mehr für Ihre Resilienz getan haben: Frau Lehnzurück, die sich sagt: „Ich höre mir mal an, was die Trainerin erzählt. Mal sehen, ob sie es wirklich schafft, dass es mir besser geht!“ oder Frau Nimmindiehand, die denkt: „Diese Chance werde ich ergreifen und gleich mal überlegen, wo ich die Impulse der Trainerin einsetzen kann. Ich möchte endlich wieder besser mit meinen Belastungen klarkommen.“ Voraussichtlich ist es Frau N., die aktiv die Beispiele für mehr Resilienz auf ihr Leben übertragen wird und sich durch die spürbaren Fortschritte entwickeln wird.
Frau N. zeigt Eigenverantwortung: Sie sieht sich nicht als passives Opfer der Umstände, sondern ist sich bewusst, dass sie aktiv diejenigen Dinge steuern kann, die ihr wichtig sind. Diese Kompetenz gewinnt dann an Bedeutung, wenn es nur wenig Einflüsse von außen gibt, die eine/n in die richtige Richtung „schubsen“.
Gerade bei Online-Kursen oder der Online-Nachbereitung von Trainings, wenn Zeit und Dauer des Lernens selbst gewählt werden, braucht es den eigenen inneren Antrieb. Denn für erfolgreiches Online-Lernen ist die investierte Lernzeit ein besonders kritischer Faktor: Während Teilnehmer*innen eines Präsenz-Trainings sich während der Trainingszeit voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren, gibt es für die Teilnehmer*innen beim Online-Lernen viele mögliche Ablenkungen oder To-dos, die sich in den Vordergrund drängen. Bei Live-Online-Formaten ist der Termin gesetzt, bei einem Online-Lernpaket muss man sich den Termin selbst setzen. Und auch die nötige Zeit zum Erlernen, Überdenken und Anwenden der Inhalte sollten eingeplant werden. An den Anfang meines Transfer-Programms und Online-Kurses Resilienz stelle ich für die Prioritätensetzung deswegen konkrete Empfehlungen zum Selbstlernen, die sich bewährt haben. Dazu gehören Offenbleiben, Weiterentwickeln, Planen, Routinen schaffen und mehr…
Sehr wirksam für erfolgreiches Selbstlernen ist es, sich ein wirklich attraktives Ziel zu setzen, das mit möglichst vielen sensorischen Reizen verknüpft ist! Wenn sich bspw. Frau N. fragt, warum sie den Resilienz-Kurs macht, dann stellt sie sich vor, wie sie in sechs Wochen nach der Arbeit ihre Wohnung betritt, zufrieden nach einem intensiven Arbeitstag, mit Power und Vorfreude auf eine Stunde Crosstrainer zum Ausgleich für einen bewegungsarmen Bürotag. Sie sieht alle Details dieses Bildes genau vor sich, spürt ihre Ausgeglichenheit und Zufriedenheit und nimmt wahr, wie aufgerichtet und ausgeruht zugleich ihr Körper sich anfühlt. Das ist ein Ziel-Bild, das sie motiviert, an ihrem Resilienz-Programm dran zu bleiben, auch wenn sie mal müde oder unkonzentriert sind.