Praxisbeispiel: Transfer in den Arbeitsalltag
Frau Daller hat sich noch im Training zwei Ziele gesetzt: Sie hat den Wert „Innovation“ als einen wichtigen Wert identifiziert und möchte ihn in ihrem Team stärker leben. Sie weiß, dass Innovation und Kreativität mit Fehlern einhergeht – deswegen führt sie in ihren wöchentlichen Teamsitzungen den „Fehler der Woche“ ein, der von allen gemeinsam gekürt wird, um einerseits solche Fehler in Zukunft zu vermeiden und um andererseits zu zeigen, welche unerwarteten positiven Auswirkungen die Fehler nach sich zogen. Das Team ist anfangs skeptisch, als die Team-Mitglieder dann aber feststellen, dass sie nicht bloßgestellt werden, öffnen sie sich mehr und mehr. Und nach einigen Wochen erzählt zum ersten Mal ein Teamleiter davon, dass er einen Fehler dank des „Fehlers der Woche“ von jemand anderem nicht wiederholt hat und bedankt sich aufrichtig für diesen Fehler.
Gleichzeitig zahlt diese neue Arbeitsweise auch auf Ihr Ziel ein, dem strategischen Anteil ihrer Arbeit mehr Raum zu geben. Denn dadurch, dass sie sich weniger im Mikromanagement verliert und weniger ihr Team „nachkorrigiert“, hat sie mehr Zeit, sich ihren eigentlichen Führungsaufgaben zu widmen. Und je mehr Freiraum die Mitarbeiter*innen verspüren, desto selbständiger beginnen sie zu arbeiten – eine Win-Win-Situation.
Zum Anderen will Frau Daller zum Arbeitsende ein Ritual durchführen, das klar den Arbeits- vom Freizeitbereich trennt, um sich besser erholen zu können und langfristig leistungsfähig zu bleiben. Dafür fährt sie ihren Computer herunter, anstatt in nur in Stand-By-Modus zu lassen. Außerdem mutet sie ab 19:00 automatisch ihre eMail-Benachrichtigungen auf dem Handy und ermutigt auch ihr Team, so vorzugehen. Vor allem die Tatsache, dass weniger Benachrichtigungen im Display aufpoppen, hilft ihr, abends besser herunterzuschalten und sie hat den Eindruck, dass sie wieder besser schlafen kann.
Solche kleinen Veränderungen ermutigen Frau Daller, sich weiter mit ihrer Resilienz zu beschäftigen. Ihr hilft dabei das ausführliche Skript, das sie aus dem Training mitgenommen hat und in dem sie sich Notizen gemacht hat, und das einige zusätzliche Übungen enthält; zum anderen das Transferprogramm, zu dem sie seit dem Training Zugriff hat. Auf der Online-Plattform findet sie zu jedem Resilienzschlüssel vertiefende Übungen, und noch während des Trainings hat sie mit einer Kollegin (ihrem „Buddy“) vereinbart, dass sie sich alle 14 Tage zu einem Business Lunch treffen und ihre Erfahrungen mit den Übungen und der Umsetzung besprechen beziehungsweise sich gegenseitig darin unterstützen, weiterhin aktiv Resilienz zu leben.