Alter: Eigene Bewertungen hinterfragen
Dem Alter wird oft ein gesellschaftliches Bild zugeschrieben, das mit bestimmten Erwartungen und Rollen einhergeht. Ganz automatisch übernehmen wir dieses Bild und verhalten uns entsprechend, entweder unbewusst oder aus der Überzeugung heraus, „das gehöre sich so“. Mit diesen Rollen und Gesellschaftsbildern zu brechen und das Altern individuell zu gestalten, erfordert zum einen, die eigenen Glaubenssätze zu erkennen und zu hinterfragen und zum anderen, den Mut und das Selbstbewusstsein aufzubringen, keinen inneren oder äußeren Erwartungen zu entsprechen. Die Zahl der Lebensjahre sagt wenig darüber aus, wie sich jemand fühlt oder welche Möglichkeiten noch vor ihr oder ihm liegen. Wichtiger als die Zahl in Ihrem Ausweis ist, wie wir uns kleiden, welche Aktivitäten wir für uns suchen, wie und mit wem wir sozial interagieren. Und auch, wie wir unser eigenes Alter wahrnehmen.
Deshalb möchten immer mehr Menschen, gerade solche, die ihr ganzes Leben lang Gestaltungseinfluss hatten, ihre ganz persönlichen Vorstellungen vom Alter leben und nicht mehr dem Klischee einer Generation entsprechen, die ihre Aufgaben in der Gesellschaft verliert und von der erwartet wird, dass sie sich aus dem aktiven Leben zurückzieht. Und damit haben sie recht! Denn meist ist es gar nicht das Alter selbst, das uns Sorgen bereitet. Vielmehr sind es die eigenen Vorstellungen davon, was auf uns zukommt und was sich alles verändern wird, wenn wir älter werden – dabei können und sollten wir diese Glaubenssätze in Bezug auf „das Alter“ auch hinterfragen und überschreiben.