Selbstbild und Fremdbild im strukturierten 360-Grad-Feedback
Eine besonders strukturierte Form, Selbstbild und Fremdbild miteinander zu vergleichen, ist das sogenannte 360-Grad-Feedback. Dabei erhält eine Person Rückmeldungen aus verschiedenen Perspektiven – zum Beispiel von Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden oder auch von Kunden. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass nicht nur eine einzelne Rückmeldung betrachtet wird, sondern mehrere Blickwinkel zusammenkommen. Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild der eigenen Wirkung. Häufig zeigt sich dabei sehr deutlich, wo Selbstbild und Fremdbild übereinstimmen und wo Unterschiede bestehen.
Typische Perspektiven im 360-Grad-Feedback sind:
- Vorgesetzte
- Kolleg:innen
- Mitarbeitende
- Kunden oder Projektpartner:innen
- eigene Selbstbewertung
In vielen Organisationen wird 360-Grad-Feedback als Instrument der Personalentwicklung eingesetzt. Die Rückmeldungen erfolgen meist anonym und anhand strukturierter Fragen. So wird es leichter, ehrliche Einschätzungen zu geben und Muster in der Wahrnehmung sichtbar zu machen.
Für die eigene Entwicklung ist dabei besonders interessant, welche Rückmeldungen sich wiederholen. Wenn mehrere Personen ähnliche Beobachtungen teilen, kann dies ein wichtiger Hinweis darauf sein, wie das eigene Verhalten tatsächlich wahrgenommen wird.
Auch wenn ein formales 360-Grad-Feedback nicht immer zur Verfügung steht, lässt sich der Grundgedanke leicht in den Alltag übertragen: Je mehr Perspektiven wir einbeziehen, desto klarer wird das Verhältnis zwischen Selbstbild und Fremdbild. Deshalb kann es sehr hilfreich sein, bewusst verschiedene Menschen um Feedback zu bitten.