Multikrisen: Krise über Krise – und jetzt?

Wenn sich Belastungen überlagern und gegenseitig verstärken

Die Nachrichten der letzten Jahre vermitteln den Eindruck, dass Krise über Krise passiert, eine nach der anderen… Erst hat die Corona-Pandemie uns alle überrascht. Gleichzeitig hat sie die Dringlichkeit der Klimakrise deutlich gemacht: Krankheiten werden durch Tiere übertragen, weil ihr Lebensraum systematisch zerstört wird; CO2-Werte bessern sich schlagartig, wenn während eines Lockdowns für einige Monate kein Flugzeug-Kerosin mehr in die Luft gelangt; etc. Und als wir noch dabei waren, die Pandemie, die Klimakrise und ihre Folgen geistig zu verarbeiten, hat uns das bis dahin undenkbare Szenario eines Kriegs in Europa kalt erwischt. Und wir fragen uns: Wie können wir denn weitermachen in so einer Welt?

Viele Menschen erleben aktuell nicht eine einzelne Krise, sondern eine Abfolge und Überlagerung unterschiedlicher Krisen. Dieses Erleben lässt sich als „Krise über Krise“ beschreiben – ein Zustand, in dem Belastungen nicht mehr klar getrennt verarbeitet werden können, sondern sich gegenseitig verstärken.

Für das Verständnis von Resilienz ist diese Unterscheidung zentral: Resilienz greift anders bei einzelnen akuten Krisen als bei anhaltenden oder überlappenden Krisensituationen.