A = Adversity
Widrigkeiten, Konflikte, Herausforderungen
Um Ihr eigenes ABC-Modell kennenzulernen, müssen Sie im ersten Schritt Ihre individuellen „A’s“ identifizieren. Die daraus resultierenden Gefühle und Ihr Verhalten können dabei ganz unterschiedlich ausfallen. Sie variieren, je nachdem wie stark Ihre Resilienz gefordert ist. Während eine Situation von einer Person als Chance wahrgenommen wird, kann sie bei einer anderen Person zu einer Krise führen. Ist eine Beförderung ein großes Glück oder schürt sie eher die Angst vor den künftigen Aufgaben?
Im Coaching und in Trainings zur Resilienzförderung wird gezielt zwischen Situation und Interpretation unterschieden – eine zentrale Voraussetzung für Selbststeuerung und emotionale Entlastung.
Werden Sie mit Ihren „A’s“ konfrontiert, kann es schnell dazu kommen, dass Sie ins Schwanken geraten. Sie neigen dann dazu, die Dinge schwarz zu sehen, fühlen sich den Herausforderungen nicht gewachsen und denken nicht mehr besonders lösungsorientiert. Umso wichtiger ist es, die Resilienz zu stärken. Dann können Sie Ihren „A’s“ Stand halten.
Beispiel (in Anlehnung an Reivich & Shatté, 2003, S. 69)
Frau X. arbeitet in der Personalabteilung eines mittelständischen Unternehmens und leitet ein kleines Team von 5 MitarbeiterInnen. Als alleinerziehende Mutter müht sie sich ab, sowohl beruflich erfolgreich zu sein als auch gut für ihre Kinder zu sorgen. Nach Betrachtung ihrer „As“ erkennt sie, dass diese miteinander in Verbindung stehen: Die meisten Situationen gehen mit Konflikten und Wut einher. Konflikte rund um das Delegieren von Aufgaben sind für sie am schwierigsten zu handhaben. Konflikte zu Hause drehen sich meist um die Einhaltung der Abendessens- oder Schlafenszeit. Frau X. vermutet, dass die Konflikte zu Hause damit zusammen hängen, dass sie keine Unterstützung durch einen Partner hat.