Heller, J.: Resilienz. 7 Schlüssel für mehr innere Stärke © Gräfe Unzer

Definition: Individuelle Resilienz

Resilienz (lat.: resilire: „zurückspringen“, „abprallen“) hat seine ursprüngliche Bedeutung in der Physik und beschreibt die Eigenschaft eines Körpers nach seiner Verformung in seinen ursprünglichen Zustand zurückzukehren. In der Psychologie bezeichnet Resilienz seelische Widerstandskraft und die Fähigkeit Krisen gut zu bewältigen. Eine häufig verwendete Metapher ist die des Stehaufmännchens.

Weniger gut geeignet sind dagegen Begriffe wie die “Teflon-Fähigkeit” oder das Bild des “Felsens in der Brandung”: Wer sich resilient verhält, erlebt trotzdem auch Belastungen, Krisen und Stressoren. Das Ziel, solche Belastungen einfach von sich abprallen zu lassen, ist weder realistisch noch zielführend. Aber: Durch resilientes Verhalten können Menschen erreichen, dass sie nicht so tief fallen bzw. sich nicht so stark “runterziehen” lassen, wenn Unerwünschtes passiert. Und sie erholen sich schneller wieder davon, finden früher zu ihrer alten Form zurück – oder übertreffen diese sogar.

Grafik © Jutta Heller, aus: Heller, J. (Hrsg.) (2018) : Resilienz für die VUCA-Welt. Wiesbaden: Springer, S. 8

Resilienzkonzepte

Das Konzept individueller Resilienz beruht u.a. auf einer Langzeitstudie der Entwicklungspsychologin Emmy Werner. In dieser wurde untersucht, wieso Menschen trotz erschwerten Lebensumständen eine ausgeprägte Widerstandsfähigkeit aufwiesen. Aufgrund verschiedener Studien werden meist sechs bis neun Faktoren definiert, die maßgeblich für eine Resilienzentwicklung sind. Ursprünglich legte man viel Augenmerk auf stabile Persönlichkeitsmerkmale, sogenannte “traits”, um resiliente Personen zu identifizieren. Zum Beispiel sind Erstgeborene tendenziell resilienter als ihre Geschwister.

In der aktuellen Forschung wird Resilienz großteils als Person-Umwelt-Konstellation verstanden. Sie ist also keine stabile Persönlichkeitseigenschaft, sondern hängt vom momentanen Zustand, von den Umgebungsfaktoren und vielen anderen Einflüssen ab. Die meisten Resilienzfaktoren sind schwankend und veränderlich, wir sprechen von “staits”. Das bedeutet einerseits, dass Resilienz nie fertig entwickelt ist – andererseits aber auch, dass es Methoden und Übungen gibt, mit denen man die Resilienzfaktoren trainieren kann und sie im geiegneten Moment anwenden kann.

Im Konzept von Prof. Heller sind dies: Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Netzwerkorientierung, Lösungsorientierung und Zukunftsorientierung. Mit diversen Interventionen und Übungen zu den einzelnen Schlüsseln kann Resilienz in einem Resilienztraining sinnvoll aufgebaut werden.

Resilienz in Unternehmen

Resilienz bezieht sich nicht nur auf Menschen. Seit den 1990er Jahren findet man das Resilienzkonzept mehr und mehr im Zusammenhang mit Organisationen und Unternehmen. Dabei geht es vor allem um die Robustheit von Unternehmen in unerwarteten Krisen (unsicherer Marktlage, Wirtschaftskrisen, etc.). Mehr dazu lesen Sie hier: Definition organisationaler Resilienz.

Bücher zu Resilienz

Lesenswert ist die Biografie von Boris Cyrulnik „Rette Dich, das Leben ruft“. Inzwischen gibt es zahlreiche Bücher mit guten Empfehlungen, um Resilienz für den einzelnen, für Führungskräfte und für Unternehmen zu entwickeln. Die Bücher von Prof. Heller zu Resilienz finden Sie hier: https://juttaheller.de/prof-heller/publikationen/. Viel Spaß und gute Erkenntnisse beim Schmökern.

Weitere Bücher:

  • Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, M. (2014). Resilienz. München: Reinhardt.
  • Gruhl, M. (2010). Die Strategie der Stehauf-Menschen: Krisen meistern mit Resilienz. Freiburg: Kreuz Verlag.
  • Mourlane, D. (2012). Resilienz: Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen. Göttingen: BusinessVillage.
  • Rampe, M. (2010). Der R-Faktor. Das Geheimnis unserer inneren Stärke.
  • Reivich, K. & Shatté, A. (2003). The Resilience Factor. 7 Keys to Finding Your Inner Strength and Overcoming Life’s Hurdles. New York: Broadway Books.
  • Siebert, A. (2005). The Resiliency Advantage: Master Change, Thrive Under Pressure, and Bounce Back from Setbacks. San Francisco: Berrett-Koehler.
  • Wellensiek, S. K. (2012). Fels in der Brandung statt Hamster im Rad: Zehn praktische Schritte zu persönlicher Resilienz. Weinheim und Basel: Beltz.

Was genau interessiert Sie?

  • Jutta Heller und ihr Team bieten Ihnen Inhouse-Maßnahmen rund um individuelle und organisationale Resilienz an.
  • In der Akademie finden Sie zudem Angebote zu Ausbildung, Training, Coaching und Organisationsentwicklung mit dem Fokus Resilienz.

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