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Was ist Team-Resilienz?

In der arbeits- und organisationspsychologischen Forschung wird Team-Resilienz als die kollektive Fähigkeit eines Teams verstanden, mit Belastungen, Störungen oder unerwarteten Ereignissen so umzugehen, dass die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Teams erhalten bleibt oder sich nach einer Beeinträchtigung wieder stabilisiert bzw. verbessert.

Team-Resilienz ist dabei kein statisches Persönlichkeitsmerkmal eines Teams, sondern ein dynamisches Zusammenspiel aus gemeinsamen Ressourcen, Interaktionen und Anpassungsprozessen, die sich über die Zeit entwickeln.

Resiliente Teams arbeiten auch in kritischen Situationen erfolgreich zusammen und bewältigen Krisensituationen gemeinsam. Sie definieren sich durch ihre gut funktionierenden interaktionalen Prozesse, durch die Art der Teamführung und durch die persönlichen Ressourcen jedes/jeder Einzelnen.

Entscheidend für die Team-Resilienz sind gegenseitiger Respekt und Empathie sowie ein Fokus auf gemeinsame positive Emotionen, bei gleichzeitigem bewusstem Umgang auch mit negativen Emotionen. Fehler und Scheitern sind in einem resilienten Team ansprechbar und werden zur Weiterentwicklung genutzt. Auf die zunehmende Komplexität der Umwelt reagieren Systeme aus solchen gut funktionierenden Teams effizienter und flexibler als hierarchisch strukturierte Systeme.

Individuelle vs. Team-Resilienz

Team-Resilienz unterscheidet sich grundlegend von individueller Resilienz. Während individuelle Resilienz auf persönliche Bewältigungsressourcen einzelner Personen verweist, beschreibt Team-Resilienz eine emergente Eigenschaft, die aus dem Zusammenspiel der Teammitglieder entsteht.

Ein Team kann daher auch dann resilient sein, wenn einzelne Mitglieder zeitweise stark belastet sind – vorausgesetzt, das Team verfügt über tragfähige Strukturen, funktionierende Kommunikations- und Unterstützungsprozesse sowie gemeinsame Anpassungsstrategien.

Wissenschaftliche Einordnung

In der Forschung wird Team-Resilienz aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Perspektiven betrachtet. Häufig werden drei Ebenen unterschieden:

  • Team-Resilienz als Kapazität: vorhandene Ressourcen, die es einem Team ermöglichen, Belastungen zu bewältigen

  • Team-Resilienz als Prozess: dynamische Anpassungs- und Lernprozesse während und nach herausfordernden Situationen

  • Team-Resilienz als Ergebnis: das beobachtbare Resultat, etwa stabile Leistung oder erfolgreiche Erholung nach Krisen

Diese Perspektiven verdeutlichen, dass Team-Resilienz nicht nur im Umgang mit akuten Krisen relevant ist, sondern auch für den langfristigen Erhalt von Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit.