Team-Resilienz. Foto © Ammit / FOTOLIA

Definition: Team-Resilienz

Resiliente Teams arbeiten auch in kritischen Situationen erfolgreich zusammen und bewältigen Krisensituationen gemeinsam. Sie definieren sich durch ihre gut funktionierenden interaktionalen Prozesse, durch die Art der Teamführung und durch die persönlichen Ressourcen jedes/jeder Einzelnen. Entscheidend für die Team-Resilienz sind gegenseitiger Respekt und Empathie sowie ein Fokus auf gemeinsame positive Emotionen, bei gleichzeitigem bewusstem Umgang auch mit negativen Emotionen. Fehler und Scheitern sind in einem resilienten Team ansprechbar und werden zur Weiterentwicklung genutzt. Auf die zunehmende Komplexität der Umwelt reagieren Systeme aus solchen gut funktionierenden Teams effizienter und flexibler als hierarchisch strukturierte Systeme (Laloux, 2017, S. 61).

Schlüssel der Team-Resilienz

Die Forschung zu Team-Resilienz ist noch jung. Vier Schlüssel zeigen sich jedoch als wichtig für Team-Resilienz:

  • Psychologische Sicherheit (u.a. eine gemeinsame Wertebasis, eine positive Fehlerkultur)
  • Umgang mit Unerwartetem (u.a. Gestalter-Haltung, Flexibilität)
  • Verarbeitung kritischer Situationen (u.a. ein konstruktiver Umgang mit Niederlagen, Selbstreflexion)
  • Ganzheitliches Vorgehen/ganzheitliche Sicht (u.a. Balance zwischen Einzel- und Teamleistung, Lösungsorientierung)

In einem psychologisch sicheren Umfeld trauen sich die Team-Mitglieder, auch ungewöhnliche Vorschläge zu machen, ohne negative Reaktionen fürchten zu müssen. Dadurch steigt die Innovationskraft eines Teams – Teams mit hoher psychologischer Sicherheit sind erfolgreicher (Rozovsky, 2015). Eine ausgeprägte Vertrauenskultur unterstützt Teams aber nicht nur bei Erfolgen, sondern auch in Scheiter-Situationen. Teams gewinnen dann an Stärke, wenn kritische Situationen im Nachhinein besprechbar sind ohne dass Einzelne Strafmaßnahmen fürchten müssen. In Teams mit besonders ausgeprägter Resilienz gibt es etablierte Prozesse, um kritische Situationen aufarbeiten zu können und die Teams nehmen sich Zeit, solche Situationen auch emotional zu verarbeiten. Eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zur Resilienz in Palliativ-Teams, die aufgrund ihrer Arbeit ganz besonders emotionalen Belastungen ausgesetzt sind, zeigt die Wichtigkeit solcher Prozesse auf (Hartmann et al., 2016, S. 287).

Mit meinem Resilienz-Check für Teams habe ich ein Instrument entwickelt, das die aktuelle Resilienz-Stärke eines Teams anhand der vier Schlüssel bestimmt. Kontaktieren Sie mich für mehr Information (Kontaktformular).

Vertrauenskultur fördert Team-Resilienz

Ein wertschätzender und vertrauensvoller Umgang miteinander im Team schafft ein sicheres Umfeld, um aktiv gemeinsam an Lösungsideen zu arbeiten. Teams regulieren ihre Balance kontinuierlich auf drei Achsen, nämlich Nähe – Distanz (Verbundenheitsregulation), Freiheit – Sicherheit (Autonomieregulation) und Einzigartigkeit – Zugehörigkeit (Ansehensregulation) (vgl. Eidenschink, 2017). In diesen Spannungsfeldern müssen Teams ihre Interaktionsmuster gut kennen und die gegenseitigen Besonderheiten akzeptieren oder sogar schätzen, und sie müssen gleichzeitig auch als ganzes Team flexibel auf Anforderungen aus ihrer (Organisations-) Umwelt reagieren. Sie müssen flexibel genug zusammenarbeiten, um in unerwarteten Situationen ihre Arbeitsweise und Aufgabenverteilung der Situation angemessen anpassen zu können, und gleichzeitig auch den Überblick über die Beziehungen zu anderen Unternehmensbereichen und der Rolle des eigenen Teams darin im Auge behalten. Die hohe Flexibilität, die Teams dadurch ständig zeigen müssen, wird durch Vertrauen in die anderen Teammitglieder erreicht: Jedes Teammitglied kann sich darauf verlassen, dass die anderen ihre Aufgabe und ihre Rolle gut ausführen oder rechtzeitig Unterstützung einfordern (siehe dazu auch: Flexibilität in Organisationen im Resilienz-ABC).

Team-Resilienz stärken

In einem Team-Workshop kann ein Team das Teamklima entwickeln und konkrete Maßnahmen für die Prävention von Krisen vereinbaren. Gemeinsam werden Belastungssituationen und Ressourcen aufgedeckt und eine wertschätzende Zusammenarbeit etabliert. Wenn sich das Team gemeinsam auf die Zukunft ausrichtet und Ziele für mehr Team-Resilienz setzt, steigt die Widerstandskraft und Belastungsfähigkeit. Detaillierteren Einblick in den Ablauf eines Team-Workshops finden Sie unter https://juttaheller.de/team-resilienz/.

Zum Weiterlesen zum Thema Team-Resilienz:

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