Verändern da, wo wir verändern können!

Vor Kurzem hatte ich Geburtstag, und dieses Jahr wollte ich ein Geburtstagsfest mit allem Drum und Dran feiern. Bei der Planung war ich jedoch lange Zeit sehr unschlüssig und hin- und hergerissen, ob ich die Feier machen sollte: Ich wollte unbedingt draußen in unserem schönen großen Gartenbereich feiern, aber im November ist das Wetter hier in Süddeutschland kaum vorhersagbar und voraussichtlich eher trüb-kalt. Außerdem fiel der Tag dieses Jahr auf einen Mittwoch, also mitten in die Arbeitswoche, und viele meiner Freund:innen haben eine längere Anreise, so dass der Termin für sie vielleicht ungünstig lag. Kurz überlegte ich, den Plan zu verwerfen und zu einem passenderen Zeitpunkt nachzufeiern – aber dann dachte ich mir: Was soll´s, statt mit dem Datum zu hadern, miete ich ein beheiztes Zelt für die Terrasse, spreche mit allen meinen Freund:innen ab, ob sie vielleicht hier übernachten können und organisiere ein stimmungsvolles Salsa-Fest.

Interessenbereich und Einflussbereich

in Anlehnung an: S. Covey (2021). Die 7 Wege zur Effektivität

Oft machen wir uns viele Gedanken um Dinge, die wir gar nicht ändern können – anstatt uns auf diejenigen Dinge zu konzentrieren, die wir tatsächlich beeinflussen und ändern können. Der Autor Stephen Covey hat dafür das Bild des „Circle of influence“ geprägt. Im Deutschen sprechen wir vom Interessenbereich und dem Einflussbereich: Der Interessenbereich ist alles, was uns durch den Kopf geht und worüber wir uns Gedanken machen, angefangen von Ideen für Veränderungen im Beruf über gute oder schlechte Laune beim Aufwachen bis hin zu den Sorgen, die wir uns um einen kranken Freund machen oder unsere Einschätzung der politischen Weltlage. Es sind unsere Interessen, aber auch generell alles, was uns irgendwie betrifft und angeht.

Innerhalb dieses großen Interessenbereiches liegt unser Einflussbereich. Das sind all diejenigen Dinge, die wir tatsächlich beeinflussen können. Beispielsweise können wir uns Gedanken darüber machen, ob eine Kollegin ihren beruflichen und familiären Alltag mit zwei kleinen Kindern unter einen Hut bekommt. Beeinflussen können wir das aber nicht. Was wir aber beeinflussen können, ist unsere direkte Beziehung zu dieser Kollegin, indem wir sie fragen, wie es ihr geht, uns für ihre Arbeitsbelastung interessieren oder ein gemeinsames Mittagessen vorschlagen. Die politische Weltlage können wir nicht beeinflussen, aber es liegt innerhalb unserer Einflussbereichs, uns in lokalen Kreisverbänden für wichtige Themen stark zu machen. Ich kann mein Geburtsdatum nicht ändern, aber ich kann ein Fest gestalten, das sich unabhängig von der Außentemperatur feiern lässt.

Energie in Veränderung lenken

Es gibt verschiedene Arten, mit dem eigenen Interessen- und Einflussbereich umzugehen. Oft reagieren wir auf unsere Umwelt und handeln, weil uns bestimmte Umstände dazu zwingen oder in eine bestimmte Richtung drängen. Dadurch wird der eigene Einflussbereich aber immer kleiner, weil wir wenig zielgerichtet handeln und nur noch versuchen, mit den Geschehnissen Schritt zu halten. Menschen, die reaktiv handeln, konzentrieren sich auf die Schwächen anderer, auf die Probleme in ihrem Umfeld und auf äußere Umstände, über die sie keine Kontrolle haben. Sie fühlen sich oft als Opfer.

Sinnvoller ist eine proaktive Herangehensweise: Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir tatsächlich verändern können, vergrößern wir damit unseren Einflussbereich und haben nach und nach immer mehr Kontrolle über unser Leben. Menschen, die proaktiv agieren, empfinden sich als Gestalter:innen ihres eigenen Lebens und sind sich bewusst, dass sie vor allem sich selbst ändern können – andere Menschen jedoch nur sehr eingeschränkt.

An die eigene Veränderung glauben

Pro-Aktivität setzt allerdings voraus, dass wir daran glauben, dass wir uns selbst verändern können. Denn mit dem Gedanken „Ich/Das war schon immer so!“ versuchen wir erst gar nicht, die Dinge in unserem Sinne zu beeinflussen. Es gibt viele Arten, im Bestehenden festzuhalten: Der Glaube, dass unsere Persönlichkeit in Stein gemeißelt ist und wir eh nichts daran ändern können (biologischer Determinismus). Der Glaube, dass immer die anderen Schuld an dem sind, was uns widerfährt und wie wir uns fühlen (Umwelt-Determinismus). Und der Glaube, dass wir uns nicht mehr weiterentwickeln können, weil wir als Kinder so geworden sind, wie wir jetzt sind (Psychologischer Determinismus).

Wie schaffen wir es also nun, solche inneren einschränkenden Einstellungen zu überwinden und in eine pro-aktive Haltung zu kommen? Oft sind uns Überzeugungen und innere Muster, die uns davon abhalten, nur kaum oder gar nicht bewusst. In meinem neuen Buch „Vertrau auf dich, du schaffst das!“ zeige ich Ihnen, wie Sie auch solchen unbewussten inneren Mustern auf die Schliche kommen können.

Veränderungskompetenz für proaktives Handeln

Wir alle haben innere Anteile in uns, die uns bewerten. Solche Muster haben wir von Kindheit an gelernt, weil sie uns von unseren Bezugspersonen vorgelebt oder immer wieder gesagt wurden. Oder wir haben später bei kritischen Lebensereignissen ein Muster erlernt, das sich „eingebrannt“ hat und das wir jetzt immer noch anwenden. Vielleicht sind diese Überzeugungs- und Verhaltensmuster aber in der aktuellen Situation gar nicht mehr so sinnvoll? Wir können die inneren Bewertungen auch wieder verändern, um von einer reaktiven in eine pro-aktive Handlungsweise zu kommen und unseren Einflussbereich auszuweiten.

Prüfen Sie doch mal, welche inneren Überzeugungen in Ihnen wirken. Dafür können Sie sich die folgenden Fragen stellen:

  • Welche Sätze nutze ich immer wieder, um mich selbst zu beschreiben? (Z.B. „Wenn ich es nicht mache, macht´s keiner“ oder „Ich bin eine Kämpferin“.)
  • Wer bin ich eigentlich, was macht mich wirklich aus?

So können Sie verschiedene innere Anteile in sich entdecken, die ständig bewerten, bestärken, fordern, beurteilen und nicht jeder Anteil will dasselbe wie die anderen. Wenn Sie aber verstehen, wie Ihre Psyche arbeitet und wie Ihre Bewertungs- und Entscheidungsmuster aussehen, dann können Sie auch Neues wagen und eine Veränderung schaffen.

Fragen Sie sich deswegen in einem nächsten Schritt:

  • Wenn Sie Ihre Eigenbeschreibungen oben ansehen: Welche inneren Anteile stehen hinter diesen Aussagen?
  • Welche Wertmaßstäbe und Forderungen vertreten diese inneren Anteile?
  • Was passiert, wenn einer der Anteile die Oberhand übernimmt oder schon übernommen hat?
  • Welchen Anteil wollen Sie in Zukunft stärken? Welchen wollen Sie eher in den Hintergrund treten lassen?

Entscheiden Sie selbst, welchen Anteilen Sie mehr Aufmerksamkeit geben wollen. So können Sie alte Muster loslassen und leichten Herzens Neues angehen. (In ausführlicher Form finden Sie eine ähnliche Übung in meinem neuen Buch zu Veränderungkompetenz.)

Veränderungskompetenz stärken

Veränderung im eigenen Leben anzugehen ist nicht immer leicht. Umso mehr freue ich mich, dass schon jetzt einige Leser:innen so positives Feedback zu meinem Buch „Vertrau auf dich, du schaffst das!“ für mehr Veränderungskompetenz gegeben haben:

„Trotz des kompakten Formats ist das Buch ein Arbeitsbuch, voll gepackt mit Impulsen, Übungen und Praxistipps, die zu einem bewussteren und positiven Umgang mit Veränderungen einladen.“ Mawi, auf Amazon

 

„Auch dieses, von Jutta Heller verfasste Büchlein ist wieder voller interessanter Aspekte – diesmal zum Thema Veränderungen meistern. Neben kurzen theoretischen Einführungen überzeugt das wieder sehr schön illustrierte Buch mit leicht und sofort anwendbaren Übungen zur Erweiterung der Veränderungskompetenz auch durch zusätzliche Tipps in jedem der 17 Aspekte, in die das Büchlein aufgeteilt ist.“ Claro, auf Amazon

 

„Die vielen wertvollen Übungen helfen dabei, Dinge auszuprobieren, zu verinnerlichen und damit die eigene Veränderungskompetenz zu stärken. Es macht große Freude, es immer wieder zur Hand zu nehmen und darin zu lesen.“ Liliana Siebert, auf Amazon

Wenn Sie jetzt Interesse bekommen haben, sich intensiver mit Ihren eigenen Glaubenssätzen zu beschäftigen, schlage ich Ihnen dafür gleich zwei Möglichkeiten vor:

  • Mein im Oktober diesen Jahres erschienenes Buch „Vertrau auf dich, du schaffst das!“ können Sie signiert bei meinen Publikationen bestellen.
  • Das nächste Coaching-Wochenende für Frauen, an dem wir wieder intensiv an den Glaubenssätzen aller Teilnehmerinnen arbeiten werden, findet am 11.-13. März 2022 in Stein statt.

Zum Weiterlesen:


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Ich freue mich auf Ihre Anfrage

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