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Es gibt verschiedene wissenschafltich nachgewiesene Schutzfaktoren für Resilienz © murphy44 / fotolia

Schutzfaktoren

Schutzfaktoren – Was hält uns gesund?

Welche Faktoren erhalten die Gesundheit, stärken unsere Widerstandskraft und wirken protektiv bei vorhanden Risiken? Auf diese Fragen liefert die Resilienzforschung Antworten. Taucht man in unterschiedliche Resilienzkonzepte (siehe Beitrag Resilienzdefinition) ein, erfährt man vieles über die verschiedene Resilienzschlüssel, die als Schutzfaktoren zur Belastungsbewältigung dienen. Wie der Name schon sagt: Schutzfaktoren sind Eigenschaften und Merkmale, die uns in schwierigen Lebensphasen schützen, um gesund zu bleiben. Man bezeichnet sie auch als Ressourcen, die unser Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Weg von den Risikofaktoren, hin zu den Schutzfaktoren

Innerhalb der Gesundheitsforschung lag der Fokus lange auf der Untersuchung von Risikofaktoren für psychischen und physischen Erkrankungen, Symptome und Beschwerden standen im Mittelpunkt. Seit mehreren Jahren gewinnt nun mehr und mehr die Betrachtung der Schutzfaktoren an Bedeutung. Im Sinne von „Weg von den Risikofaktoren, hin zu den Schutzfaktoren“ gilt es nicht nur Krankheiten zu verhindern sondern auch bewusst Gesundheit zu stärken. Das wurde auch in der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation von 1986 festgehalten.

Schutzfaktoren im Erwachsenenalter

Den Hintergrund dazu bildete anfangs das Konzept der Salutogense von Antonovsky, die Lehre über die Gesunderhaltung (lesen Sie mehr bei Selbstwirksamkeit). Seit den 1970ern erfährt die Resilienzforschung zunehmend Resonanz und Verbreitung. Emmy Werner war eine der ersten Forscherinnen, die die psychische Widerstandsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen in einer Längsschnittstudie untersuchte. Seit den 1990ern rückt nun auch die Betrachtung der Schutzfaktoren bei Erwachsenen in den Vordergrund. In der sehr informativen Überblicksarbeit „Resilienz und psychologische Schutzfaktoren im Erwachsenenalter“ fassen die Autoren Jürgen Bengel und Lisa Lyssenko sämtliche bedeutenden Studien zu Schutzfaktoren und Resilienz zusammen. Bei folgenden Merkmalen handelt es sich um bedeutende Schutzfaktoren:

  • Positive Emotionen: Das Erleben von Glück und die Fähigkeit, sich über alltägliche Ereignisse zu freuen. Entscheidend ist nicht die Intensität, sondern die Regelmäßigkeit und das Verhältnis zur Häufigkeit von negativen Emotionen (lesen Sie hier mehr über den Glücksquotient nach Barbara Frederickson).
  • Optimismus: Eine stabile Tendenz, positive Ergebnisse zu erwarten, wodurch für uns mehr Handlungs- und Durchhaltebereitschaft möglich ist. Dabei geht es weniger darum, eine „rosarote Brille“ zu tragen, sondern vielmehr um aktives Bewältigungsverhalten.
  • Hoffnung: Die positive Erwartung, ein Ziel zu erreichen oder einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Wer oft in seinem Leben Auswege aus problematischen Situationen gefunden hat, wird darauf vertrauen, auch zukünftige Herausforderungen zu meistern.
  • Selbstwirksamkeitserwartung: Sich seiner eigenen Kompetenzen bewusst sein und die Erwartung haben, Anforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen.
  • Soziale Unterstützung: Zuwendung, Trost, Verständnis und Vermittlung eines Gefühls der Zugehörigkeit, Rückhalt sowie Hilfe bei der Problemlösung durch andere. Lesen Sie hierzu auch mehr bei Netzwerkorientierung.

Auch viele weitere Faktoren wurden in der Resilienzforschung unter die Lupe genommen. Allerdings liegen bei folgenden Faktoren keine sicheren Ergebnisse vor, so dass man nicht von direkten Resilienzfaktoren sprechen kann. Dennoch beeinflussen Sie unser psychisches Wohlbefinden:

  • Selbstwertgefühl
  • Internale Kontrollüberzeugungen (wenn Eintretende Ereignisse als Ergebnis des eigenen Handelns wahrgenommen werden)
  • Kohärenzgefühl
  • Hardiness (Konstrukt, das aus den Komponenten Engagement, Kontrolle und Herausforderung besteht)
    Religiosität und Spiritualität
  • Coping (Strategien zur Bewältigung von kritischen Lebensereignissen).

Welche Faktoren entscheidend für die Resilienzentwicklung bei Kindern ist lesen Sie bei Resilienz bei Kindern.

Resilienz und Gesundheitsförderung

Mit diesen Ergebnissen leistet die Resilienzforschung einen sehr wichtigen Beitrag zur Prävention aber vor allem zur Gesundheitsförderung. Denn dadurch können gezielt Programme entwickelt werden, um Schutzfaktoren und damit die Resilienz gestärkt werden kann. So wurden auf Basis der wissenschaftlicher Erkenntnisse unterschiedliche Resilienztrainings entwickelt. Das Resilienztraining von Jutta Heller richtet sich an Führungskräfte und MitarbeiterInnen, die Ihre Widerstandsfähigkeit stärken wollen, damit Sie in Belastungssituationen gesund bleiben und Herausforderungen bewältigen können.