Foto © Belodarova / fotolia.com

Resilienz kann mit 7 Schlüsseln trainiert werden © belodarova / fotolia

Resilienzfaktoren

Resilienzfaktoren nach Emmy Werner

Ob ein Mensch resilient ist oder Resilienz entwickelt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Welche Faktoren dies sind, untersuchte erstmals die Psychologin Emmy Werner von 1955 bis 1999 in einer Langzeitstudie mit Menschen, die trotz schwierigen Lebensumständen und Krisen eine gut psychische Widerstandskraft entwickelt hatten und Stehauf-Qualitäten besaßen. Es ergaben sich u.a. folgende Faktoren: Selbstvertrauen, ein verlässliches Umfeld, Kommunikationsstärke, Problemlösefähigkeit und Planungsfähigkeit. Zudem konnte bei Erstgeborenen eine stärker ausgeprägte Resilienz festgestellt werden als bei Nicht-Erstgeborenen.

Weitere Resilienzfaktoren in der Literatur

In der Literatur findet man weitere wissenschaftliche Ansätze über die unterschiedlichen Resilienzfaktoren. So benennen die Forscher Karen Reivich und Andrew Shatté (2002) folgende sieben Resilienzfaktoren: Emotionssteuerung, Impulskontrolle, Kausalanalyse, Empathie, realistischer Optimismus, Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Zielorientierung. Die Arbeit von Denis Mourlane (2012) ist sehr ähnlich mit dem Konzept von Reivich & Shatté.

An die Arbeit von Emmy Werner sowie von Karen Reivich und Andrew Shatté knüpft der Entwicklungspsychologie Klaus Fröhlich-Gildhoff an. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit rund um die Entwicklung von Resilienz bei Kindern ordnet er die Resilienzfaktoren als personale Ressourcen ein. Er identifizierte insgesamt sechs Faktoren: Selbst- und Fremdwahrnehmung, Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen, Umgang mit Stress und Problemlösen.

Neben Optimismus, Verlassen der Opferrolle, Netzwerk-, Lösungsorientierung und Zukunftsplanung erwähnt die Psychologin Micheline Rampe (2005) erstmals die Resilienzschlüssel Akzeptanz und Verantwortungsübernahme, die in bisherigen Resilienzkonzepten wenig Bedeutung erfuhren. Bezüge zu diesem Konzept sind auch bei Silvia-Kéré Wellensiek (2011) zu finden.

Nach der Sozialpädagogin Monika Gruhl (2008) sind Akzeptanz, Optimismus, Selbstregulation, Verantwortungsübernahme, Beziehungsgestaltung, Lösungsorientierung und Zukunftsgestaltung entscheidende Faktoren für die Resilienzentwicklung.

Ein ähnliches Verständnis über die Resilienzschlüssel findet man bei Katharina Maehrlein (2012). Sie benennt folgende Faktoren: Akzeptanz, positive innere Einstellung, Selbstbewusstsein/Durchsetzungsstärke, Selbstsicherheit, Selbstliebe, Verbundenheit, Lösungen entwickeln, „einem Leitstern folgen“ sowie körperliche und geistige Vitalität. Zudem erwähnt sie in Bezug auf das Berufsleben die Gestaltung des Arbeitsumfelds.

In einer Meta-Studie untersuchten Bengel & Lyssenko (2012) insgesamt 740 Quellen. Demnach gibt es eine empirische Bestätigung für die Resilienzschlüssel realistischer Optimismus, Emotionssteuerung, Impulskontrolle, Selbstwirksamkeit, Kausalanalyse, Empathie und Zielorientierung.

Vergleich der Resilienzfaktoren

Wichtig für einen Vergleich der Resilienzfaktoren bei den verschiedenen Autoren ist jedoch nicht die Überschrift, sondern was jeweils unter den Schlüsseln alles subsumiert wird. Z.B. ist der Schlüssel „Raus aus der Opferrolle“ identisch mit Selbstwirksamkeit. Unter der Überschrift Optimismus sind oft auch Beispiele und Interventionen zur Emotionssteuerung und Impulskontrolle zu finden. Empathie ist zudem ein Aspekt, der oft im Kontext der Netzwerkorientierung auftaucht.

7 Schlüssel für mehr innere Stärke nach Jutta Heller

Im Buch „Resilienz – 7 Schlüssel für mehr innere Stärke“ beschreibt Prof. Dr. Jutta Heller (2013) sieben entscheidende Faktoren für Widerstandskraft: Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Netzwerkorientierung, Lösungsorientierung und Zukunftsorientierung.

Das vorliegende Resilienz-ABC orientiert sich an den sieben Resilienzfaktoren von Prof. Heller.