Menschheit - Viele Hände übereinandergestapelt

Resilienz für die Menschheit – World Economic Forum 2022

Das jährlich stattfindende World Economic Forum Meeting bringt herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und anderen Bereichen für einen Austausch zu den wichtigsten Themen unserer Zeit zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Ideen, wie Organisationen – private wie öffentliche – dazu beitragen können, die Welt in sozialer, ökologischer und menschlicher Hinsicht besser und damit die Menschheit „global resilient“ zu machen.

Die Welt für die Menschheit besser machen

Das diesjährige Meeting fand Ende Mai 2022 in Davos statt. In Anlehnung an das englischsprachige Resümee der Konferenz stelle ich Ihnen hier die 9 zentralen Themen im Überblick vor, weil sie uns alle betreffen und mich viel zum Nach- und Weiterdenken angeregt haben. (Wer es noch kürzer haben möchte, kann gleich zum Fazit am Ende des Blogbeitrags springen.)

    • Der Krieg in der Ukraine. Das wohl drängendste Thema unserer Zeit stand auch in Davos im Vordergrund. Der ukrainische Präsident und sein Außenminister, Vertreter:innen der EU und anderer Länder riefen zu einem geeinten, geschlossenen Vorgehen gegen die russische Aggression auf und dazu, alles für einen baldigen Frieden zu tun. Die Konferenz richtet den Blick aber auch schon jetzt in die Zukunft mit Vorschlägen, wie die Ukraine nach der Krise möglichst schnell wieder handlungsfähig werden kann und wie die Menschen unterstützt werden können, um mit dieser extremen Ausnahmesituation zurechtzukommen: Wie sie also ihre Resilienz beibehalten und stärken können.
    • Die Globale Wirtschaftslage. Eine baldige globale Rezession ist mittlerweile durchaus möglich. Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine sind die hauptsächlichen Treiber dieser beunruhigenden Entwicklung. Dennoch sind sich die Vertreter:innen der Konferenz einig: Die Menschen haben bereits andere, vorher undenkbare Krisen bewältigt und werden auch mit dieser zurechtkommen. Grundlegend dafür ist allerdings eine Resilienzentwicklung der globalen Bevölkerung – durch Bildung, Gesundheitsförderung und dem Ausbau sozialer Rahmenbedingungen.
    • Die Globalisierung. Die Folgen der Corona-Pandemie, aber auch Einzelereignisse wie die Blockade des Suez Kanal durch die Havarie eines Containerschiffs, haben viele Organisationen empfindlich getroffen, weil ihr Lieferkettensystem auf globaler Vernetzung basiert. Resilienter waren in diesem Fall regional orientierte Organisationen – voraussichtlich wird diese Erfahrung einen Trend zu Regionalisierung auslösen.
    • Die Ernährungs- und Energiekrise. Zum ersten Mal stellen wir uns einer wirklich weltweiten Energiekrise, ausgelöst durch die weltweite Abhängigkeit von russischem Öl. Auch hier zeigt sich, wie fragil Systeme ohne Backup sind und dass Diversifizierung und Regionalität Systeme resilient macht.
    • Der Klimawandel. Die dramatischen Veränderungen unseres Klimas sind eng mit unserem Energie-Verhalten verknüpft. Der Kongress unterstrich, dass die Klima- und die Energiekrise nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, sondern im Gegenteil nur gemeinsam bewältigt werden können. Der US-Gesandte für Klimawandel und Finanzen Mark Carney brachte es auf den Punkt: „Wie brauchen eine Energiewende so groß wie die industrielle Revolution und so schnell wie die Digitalisierung. Und wir brauchen dafür eine finanzielle Revolution.“
    • Die Rolle von Wirtschaft und Unternehmer:innen. Ausgewählte Unternehmensvertreter:innen stellten Innovativen vor, mit denen ein positiver systemischer Veränderungsprozess in Gang gesetzt wird – als Beispiel und Vorbild für viele andere. Denn auch angesichts der großen Probleme und Herausforderungen, vor denen wir stehen, sollten wir nie vergessen: Die Menschheit ist sehr widerstandsfähig und hat in den letzten Jahrzehnten in vielen wichtigen Bereichen, z.B. globale Armut, Kindersterblichkeit, Naturschutzgebiete und vielen anderen enorme Fortschritte gemacht. Eindrucksvoll stellt das übrigend der Gesundheitsforscher Hans Rosling in seinen Gapminder-Statistiken dar.
    • Die Gesundheitsfrage. Selbst wenn wir die Corona-Pandemie in absehbarer Zeit in den Griff bekommen sollten, werden uns ihre Auswirkungen auf Körper und Psyche noch lange begleiten. Je resilienter wir aufgestellt sind, desto besser werden wir die Krise verkraften – auch in Hinblick auf die Vorbereitung auf die nächste Pandemie.
    • Die Zukunft der Arbeit. Die Konferenz betonte die Wichtigkeit lebenslangen Lernens, die gerade durch die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Corona wieder deutlich wurde. Sie beleuchtete die Vorteile einer 4-Tage-Woche und von Hybrid-Arbeit sowie die Möglichkeiten, die Diversität und Inklusion eröffnen – alles zentrale Themen Organisationaler Resilienz.
    • Technologie und das Metaversum. Das Thema Technologie zog sich durch fast alle anderen Themenbereiche, wie es auch alle unsere Lebensbereiche betrifft. Im Speziellen wurde auf der Konferenz aber das Metaversum behandelt und die Bereiche, in denen es die Menschen am meisten beeinflussen wird: Virtuelles Lernen, VR-Entertainment, virtuelle Arbeits-Settings und virtuelles Sozialleben zum Beispiel.

Fazit: Resilienz für die Menschheit

Eine Konferenz mit dem Ziel, das Leben für alle besser zu machen, muss sich mit den großen Problemen der Menschheit befassen. Man könnte annehmen, dass man da mit einem sehr düsteren Ausblick auf das Weltgeschehen rausgeht – aber genau das Gegenteil ist der Fall. Aus diesem Zusammentreffen so vieler bedeutender und inspirierender Menschen habe ich viel Hoffnung geschöpft und die Erkenntnis gewonnen: Die Menschheit ist resilienter, als wir oft denken – und die Resilienz jedes Menschen ist wichtig und entscheidend, damit es der Welt als Ganzes besser geht.

 

Zum Weiterlesen

Die Webseite des World Economic Forum bietet eine Vielzahl hoch interessanter Beiträge (englisch-sprachig) zum Weiterlesen zu den Konferenz-Themen:

Zudem empfehlenswert ist das Buch vom oben angesprochenen Gesundheitsforscher Hans Rosling:

 


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